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Zeitung für die Landeshauptstadt

13. Dezember 2017 | 02:44 Uhr

Ausbildungsmarkt : 505 Lehrstellen nicht besetzt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bilanz des Ausbildungsmarktes: Arbeitsagentur, Handwerkskammer und IHK wollen Eltern mehr in die Berufswahl der Kinder einbinden

von
erstellt am 29.Okt.2015 | 21:00 Uhr

„Die Lücke am Ausbildungsmarkt ist nicht kleiner, sondern größer geworden.“ Dirk Heyden, Leiter der Schweriner Arbeitsagentur, zog gestern eine gemischte Bilanz des abgelaufenen Berufsberatungsjahres in Westmecklenburg. 105 unvermittelte Bewerber stünden 505 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber, sagte Heyden. „Rein rechnerisch kommen aktuell knapp fünf unbesetzte Ausbildungsplätze auf einen unvermittelten Jugendlichen. Aus der Sicht der Bewerber sicher ein tolles Verhältnis. Für die Unternehmen aber ein Alarmsignal. Sie müssen sich noch stärker verändern, um für junge Leute attraktiv zu sein.“ Und so empfiehlt der Agentur-Chef den Betrieben unter anderem duale Studienangebote mehr auszubauen, um die Attraktivität der betrieblichen Ausbildung insbesondere für den großen Kreis der Abiturienten zu steigern.

Seit Oktober vergangenen Jahres wurden der Arbeitsagentur insgesamt 3104 betriebliche Lehrstellen gemeldet, 29 weniger als im Jahr davor. An der Spitze der noch nicht besetzten Plätze stehen Ausbildungen zum Koch, zum Restaurant- und Hotelfachmann, aber auch zum Metallbauer und Anlagenmechaniker.

Einen leichten Anstieg bei den Lehrverträgen verzeichnet die Schweriner Handwerkskammer. So gäbe es in diesem Herbst 698 neue eingetragene Ausbildungsverhältnisse, 4,3 Prozent mehr als im Vorjahr, berichtete Hauptgeschäftsführer Edgar Hummelsheim. Zuwächse vermeldeten insbesondere das Elektrohandwerk, die Schornsteinfeger und das Gesundheitshandwerk. Angesichts der insgesamt rückläufigen Bewerberzahlen habe aber auch das Handwerk zahlreiche offene Ausbildungsplätze nicht besetzen können, so Hummelsheim. „Unsere Betriebe werden sich im kommenden Jahr verstärkt auch um Flüchtlinge bemühen, um den Fachkräftebedarf zu sichern“, kündigte der Hauptgeschäftsführer an.

1324 Jugendliche haben zum 1. Oktober ihre Ausbildung in den IHK-Unternehmen in Westmecklenburg begonnen. „Damit wurde das Niveau des Vorjahres gehalten“, erklärte Peter Todt, Leiter des Geschäftsbereiches Aus- und Weiterbildung bei der Schweriner Industrie- und Handelskammer. Etliche Verträge hätten die IHK allerdings erst in den letzten Tagen vor dem Ausbildungsstart erreicht. „Das muss sich ändern“, so Todt. Er wünscht ein größeres Engagement bei vielen Eltern, sie sollten ihre Kindern zielgerichteter bei der Berufswahl unterstützen.














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