Nach ZDF-Ausstrahlung : 50 Hinweise auf Schweriner Sextäter

Missbrauchsfall in Schwerin: ZDF-Sendung hilft bei Fahndung

svz.de von
04. August 2016, 20:45 Uhr

Nach der Ausstrahlung eines besonders schweren Falls von Kindesmissbrauch in Schwerin in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ geht die Polizei mehr als 50 neuen Hinweisen nach. „Die ersten Hinweise sind noch während der Sendung eingangen“, sagte gestern die Sprecherin des Rostocker Polizeipräsidiums, Sophie Pawelke, gegenüber unserer Zeitung. Und die Zahl der Hinweise werde sich voraussichtlich noch erhöhen. Bei früheren Ausstrahlungen von Fällen hätten sich noch ein, zwei Wochen später Zuschauer mit Hinweisen gemeldet. Der Fall des elfjährigen Jungen, der am Morgen des 15. Dezember 2015 von einem Unbekannten von der Hermannstraße aus über den Platz der Jugend in den Schlossgarten gelockt und auf dem Buga-Spielplatz am Franzosenweg, Ecke Paulshöher Weg missbraucht wurde, war am Mittwochabend bundesweit gezeigt worden. 5,52 Millionen Menschen verfolgten die Sendung.

Die Hinweise der Fernsehzuschauer sollen nun geprüft und auch mit den mehr als 200 Hinweisen abgeglichen werden, die im Laufe der bisherigen Ermittlungen bei der Polizei eingegangen sind. Bei den neuen Hinweisen gehe es teilweise um Beobachtungen, teilweise auch um konkrete Personen, sagte Pawelke. Die meisten seien aus der Region gekommen, einige aber auch aus anderen Bundesländern. Jedem Hinweis werde das zuständige Fachkommissariat in den nächsten Tagen nachgehen. „Die Ausstrahlung war ganz klar erfolgreich. Wir sind sehr zufrieden“, so die Polizeisprecherin. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei sprach der Mann den Schüler am 15. Dezember 2015 gegen 7.45 Uhr  an und gab sich dabei als Polizeibeamter aus. Er soll etwa 30 bis 45 Jahre alt, 1,65 bis 1,70 Meter groß und stämmig sein sowie blonde, kurze Haare haben.

In der Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ wurde der Fall nachgestellt, allerdings nicht an den Originalschauplätzen.  Auch auf das Zeigen eines Phantombildes sei bewusst verzichtet worden, um die Fahndung so offen wie möglich zu halten, erklärte Pawelke. Nach der Ausstrahlung zeigte sich auch Moderator Rudi Cerne schockiert, das Gesehene sei nur schwer zu ertragen, sagte er.Christian Koepke

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