Schweriner See : 48 Verstöße gegen Verbotszonen

Die Insel Kaninchenwerder wird durch eine Sperrzone geschützt. Stadt und Land bemühen sich jedoch um eine Ausnahmeregelung für Sportbootfahrer.
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Die Insel Kaninchenwerder wird durch eine Sperrzone geschützt. Stadt und Land bemühen sich jedoch um eine Ausnahmeregelung für Sportbootfahrer.

Freizeitkapitäne, die den Naturschutzgebieten im Schweriner See zu nahe kommen, werden von der Wasserschutzpolizei aber nur verwarnt

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27. August 2016, 16:00 Uhr

Sonnenschein, hochsommerliche Temperaturen – die Saison auf dem Schweriner See und anderen Gewässern nimmt noch einmal Fahrt auf. Und auch manche Freizeitkapitäne drücken aufs Tempo: 74 Geschwindigkeitsverstöße registrierte die Wasserschutzpolizeiinspektion am Werder seit Mai in ihrem Zuständigkeitsbereich, der auch den Landkreis Ludwigslust-Parchim und Teile des Landkreises Rostock umfasst. Wenn das Wetter so schön bleibe, kämen sicher noch ein paar gemessene Übertretungen hinzu, sagt Inspektionsleiter Thomas Holz.

Gefordert waren Holz und seine Kollegen in dieser Saison vor allem bei der Kontrollen rund um die Naturschutzgebiete. Zwar bemüht sich nach der Stadt nun auch das Land um eine Ausnahmeregelung beim Bund für Kaninchenwerder und Ziegelwerder (SVZ berichtete), doch aktuell gilt das Befahrensverbot für die 100-Meter-Sperrzone um die Inseln. Insgesamt 48 Verstöße gegen das Verbot nahm die Wasserschutzpolizei seit Mai auf dem Schweriner See auf. Allerdings seien die ertappten Sportbootfahrer nicht mit einer Ordnungswidrigkeiten-Anzeige und 300 Euro Strafe belangt worden, sondern mit einer Verwarnung und 55 Euro davongekommen, erklärt Thomas Holz. Grund: Die zuständige Bundesbehörde habe die verbotenen Bereiche, auch am Großen Stein und am Ramper Moor, nicht mit Naturschutz-Tonnen, sondern allgemeinen Sperrzonen-Tonnen markieren lassen.

Tempo-Überschreitungen und Verstöße gegen den Naturschutz fließen ein in die bisherige Saisonbilanz der Wasserschutzpolizei von insgesamt 490 registrierten Delikten – von der unzureichenden Bootskennzeichnung bis zum Vorfahrtsfehler. Sieben Alkoholfahrer erwischten die Beamten seit Mai auf dem Schweriner See, auch ein Wassersportler unter Drogeneinfluss ging ihnen ins Netz. Im gesamten Beritt der Inspektion hat es bislang 21 Unfälle gegeben, fast ausnahmslos Festfahrungen oder kleinere Karambolagen, wie Thomas Holz betont. Allerdings sei in der laufenden Saison auch schon ein Todesopfer zu beklagen gewesen. „Ein älterer Mann verunglückte im Juni im Schweriner See bei dem Versuch, sein auf Grund gelaufenes Boot selbst wieder frei zu bekommen“, schildert der Inspektionsleiter.

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