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Abfallriese kauft Eurawasser : 40 Arbeitsplätze in Gefahr?

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Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow bangt um die Arbeitsplätze beim Unternehmen Aqua Service Schwerin (AQS). Hintergrund ist der Verkauf der Eurawasser Aufbereitungs- und Entsorgungs GmbH.

Schwerin | Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow bangt um die Arbeitsplätze beim Unternehmen Aqua Service Schwerin (AQS). Hintergrund ist der Verkauf der Eurawasser Aufbereitungs- und Entsorgungs GmbH durch den französischen Konzern Suez Environnement an die Remondis-Gruppe. Der überraschende Deal zwischen den beiden Großunternehmen war Ende voriger Woche bekannt geworden. Remondis soll 95 Millionen Euro für den re gionalen Versorger Eurawasser gezahlt haben.

Dass dieser Eigentümerwechsel schnell zu Veränderungen bei den Gebühren für Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung führt, ist indes nicht zu erwarten. Mehrheitseigner an der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft Schwerin mbH & Co. KG (WAG) sind die Stadtwerke Schwerin. Eurawasser ist mit 49 Prozent an der WAG beteiligt. "Wir werden aber darauf achten, dass hohe Renditeerwartungen oder etwaige Spekulationsabsichten nicht mit steigenden Wasser- und Abwasserpreisen für die Bürgerinnen und Bürger Schwerins verbunden sind", hatte OB Gramkow noch Anfang November erklärt, nachdem bekannt geworden war, dass Suez Eurawasser abstoßen möchte.

Zur WAG gehört aber auch AQS. "Es ist unklar, wie der neue Eigentümer Remondis Aqua mit den 40 Arbeitsplätzen bei AQS umgehen wird", sagte Gramkow. "Die Aufgaben könnten auch anders vergeben werden." Sie kritisierte, dass Suez die Stadt nicht über den Verkauf von Eurawasser informiert hat. "Ich habe nur durch eine inoffizielle SMS von dem Deal erfahren."

Aqua Service Schwerin ist ein Laborunternehmen, das für die WAG, aber auch für andere Versorgungs- und für kommunale Firmen als Analysedienstleister arbeitet. In Zusammenarbeit mit Eurawasser hatte die AQS ihre Aktivitäten über Schwerin hinaus ausgeweitet und Standorte in Rostock und Cottbus betrieben. Zuletzt wurde 2010 ein Labor in Eltville im Rheingau eröffnet. Die AQS-Leistungen sind jedoch in erster Linie an den Geschäftsbetrieb von Eurawasser gebunden.

Die Remondis-Gruppe ist bereits in der Landeshauptstadt aktiv. Sie ist Anteilseigner bei der Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft mbH. "Mit dem Remondis-Abfallentsorger haben wir bisher sehr gute Erfahrungen gemacht", sagte Gramkow. "Ob das auch mit Remondis Aqua fortgesetzt werden kann, wissen wir noch nicht." Sie will jetzt schnell den Kontakt zum neuen Eurawasser-Eigentümer suchen, um über die künftige Zusammenarbeit zu sprechen.

Eurawasser ist zu 100 Prozent an Remondis Aqua verkauft worden. Eine Genehmigung der Kartellbehörden wird im ersten Quartal 2012 erwartet. Remondis Aqua ist nach eigenen Angaben bislang zumeist im Ausland aktiv und will seine Geschäfte nun in Deutschland ausweiten.

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erstellt am 12.Dez.2011 | 09:59 Uhr

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