Vom Musical bis zum Rockballett : 40 000 Kinder gehen ins Theater

Die Geschichte der drei Pinguine hat die Schüler der 5b des Pädagogiums begeistert.
Die Geschichte der drei Pinguine hat die Schüler der 5b des Pädagogiums begeistert.

Jugendarbeit wird an der städtischen Bühne groß geschrieben und alle Sparten machen dafür spezielle Angebote

von
12. Januar 2016, 16:00 Uhr

Theater hat manchmal den Ruf, etwas für alte Leute zu sein, doch die Realität sieht anders aus, jedenfalls in Schwerin. „Wir erreichen mit unseren speziell auf Kinder und Jugendliche zugeschneiderten Angeboten etwa 40  000 junge Besucher pro Spielzeit. Und da sind noch nicht die jungen Leute eingerechnet, die zu unseren Musicals, ins Rockballett oder andere Aufführungen kommen“, sagt Franziska Pergande, Pressesprecherin des Mecklenburgischen Staatstheaters. Möglich werde diese hohe Quote, weil alle Sparten spezielle Angebote machen, aber auch, weil Marketing, Theaterpädagogik und Theaterfreunde sehr aktiv auf dieser Schiene seien.

Dass Jugendarbeit an der städtischen Bühne so groß geschrieben wird, hat einen einfachen Grund: „Wer als Kind nicht ins Theater gegangen ist, wird auch als Erwachsener diesen Weg schwerlich nehmen“, sagt Theaterpädagogin Tina Koball. „Deshalb unternehmen wir große Anstrengungen, schon frühzeitig Kita-Kinder und Schüler fürs Theater zu begeistern.“

„Wir schreiben jeden Monat die Kitas und Grundschulen in Schwerin und Umgebung an und machen auf die aktuellen Produktionen aufmerksam“, ergänzt Marlén Schaal vom Besucherservice. „Darin werden die Stücke kurz vorgestellt, eine Altersempfehlung und die exakte Länge angegeben, denn das ist für Schulklassen wichtig, die von auswärts kommen.“ Darüber hinaus werben die beiden jungen Frauen aber auch persönlich in Kitas und Schulen.

Die beste Werbung indes machen die Schauspieler, Sänger und Musiker selbst. So wie gestern im E-Werk. Die Schauspieler Tina Landgraf, Christoph Reiche, Jens Tramsen und Andreas Auer führten das Stück „An der Arche um halb acht“ so faszinierend auf, das die Kinder der Klasse 2b der Niels-Stensen-Schule und der Klasse 5b des Pädagogiums total begeistert waren und noch auf dem Nachhauseweg nur über Theater sprachen. „Wir haben im Vorfeld das Stück besprochen, ich habe das Ende aber offen gelassen. In Philosophie und Religion werden wir jetzt noch darüber sprechen“, sagte Klassenlehrerin Dolores Dopslaff vom Pädagogium. Und die Schüler? „Wir wollen unbedingt wieder ins Theater gehen“, tönte es unisono.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen