Schlossfestspiele Schwerin : 27 000 Zuschauer sahen „Aida“

Opulente Ausstattung vor traumhafter Kulisse: Vor allem die Massenszenen begeisterten das Publikum bei „Aida“ auf dem Alten Garten.
Opulente Ausstattung vor traumhafter Kulisse: Vor allem die Massenszenen begeisterten das Publikum bei „Aida“ auf dem Alten Garten.

Auf dem Alten Garten fiel gestern Abend der letzte Vorhang für die Schlossfestspiel-Oper - Musical soll 2017 junges Publikum anlocken

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15. August 2016, 05:00 Uhr

Gestern Abend fiel der letzte Vorhang – „Aida“ auf dem Alten Garten ist Geschichte. Knapp 27 000 Besucher haben Giuseppe Verdis Meisterwerk unter der Regie von Georg Rootering gesehen. „Die Aufführungen sind beim Publikum sehr  gut angekommen. Vermutlich hat das kalte und unbeständige Wetter dafür gesorgt, dass rund 1000 Besucher weniger als im Vorjahr die Schlossfestspiele besucht haben“, sagt der neue Generalintendant des Mecklenburgischen Staatstheaters, Lars Tietje. Alle 23 Vorstellungen unter freiem Himmel konnten nach seinen Angaben durchgespielt werden, besondere Vorkommnisse, etwa technische Probleme, habe es nicht gegeben.

Für Wirbel hatte im Vorfeld der Schlossfestspiele das Engagement einer Darstellerin auf vier Beinen gesorgt. Elefantenkuh Mala vom Elefantenhof Platschow sollte den berühmten Triumphzug in der Oper anführen, was unter anderem die Tierschutzorganisation Peta auf dem Plan rief. Das Theater hielt aber an seinem Vorhaben fest – und Mala machte mit, „sehr zur Freude der Gäste“, wie Generalintendant Tietje betont. Nur einmal habe die Elefanten-Dame aus Sicherheitsgründen pausiert.

War das Engagement von Mala noch eine Initiative von Tietjes Vorgänger, Joachim Kümmritz, setzte der neue Theater-Chef kurz vor Ende der diesjährigen Schlossfestspiele noch ein eigenes Ausrufezeichen. Für die letzten acht Vorstellungen startete er eine Rabattaktion. So gewährte das 50 Prozent Ermäßigung auf jede neu verkaufte Karte und bot Familien ein Kombiticket zum Preis von 99 Euro an. Mit dieser Idee machte sich Tietje allerdings nicht nur Freunde. So manch treuer Schlossfestspiele-Fan, der seine Eintrittskarte schon bei Zeiten zum vollen Preis erworben hatte, ließ seinem Unmut auch am Heißen Draht unserer Zeitung freien Lauf, fühlte sich benachteiligt. Doch der Generalintendant sieht sich durch den Erfolg seiner Aktion bestätigt: „Wir haben durch die Rabattierung noch einmal 1000 Karten verkauft.“ Das Theater sei auf jede Einnahme angewiesen, betont Tietje.

Und so will der neue Generalintendant die Schlossfestspiele weiter öffnen, gerade für ein jüngeres Publikum. Mit der „West Side Story“ stehe im kommenden Jahr ein Musical auf dem Spielplan, das generationsübergreifend viele Verehrer habe, so Tietje. „Auch wenn die Zuschauerzahl in diesem Jahr nur leicht zurückgegangen ist: Wir müssen diesem Trend entgegenwirken, das Image der Schlossfestspiele aufpolieren, den Gästen mal etwas Neues bieten.“

Die „West Side Story“ von Leonard Bernstein gehöre zu den großen Werken der Musikliteratur und werde auch in Schwerin ein breites Publikum erfreuen, sagt der Generalintendant. Die ersten Statisten seien schon gecastet. Für alle Opern-Liebhaber hat Tietje aber auch noch eine beruhigende Nachricht: „Es wird auch wieder Opern-Aufführungen auf dem Alten Garten geben“, versichert er – schon 2018.

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