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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 03:27 Uhr

Kita-Streik Schwerin : 2500 Kinder blieben zu Hause

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Alle 23 Einrichtungen der Kita gGmbH waren zu, Eltern arrangierten sich

von
erstellt am 22.Mai.2015 | 21:00 Uhr

Der Streik geht weiter: Zum zweiten Mal blieben in Schwerin die Einrichtungen der Kita gGmbH einen ganzen Tag lang dicht. Steigerung gegenüber dem ersten Mal: An allen 23 Standorten – Kitas und Horte – wurde zeitgleich gestreikt. Sogar die beiden 24-Stunden-Kitas, die bislang vom Ausstand ausgenommen waren, beherbergten am Freitag niemanden. Insgesamt 2481 Kinder und ihre Eltern waren betroffen.

Probleme gab es nach Angaben der Kita gGmbh indes nicht. Wegen der Pfingstferien waren einige Familien ohnehin schon verreist, andere Eltern organisierten sich eine Betreuung im Verwandten- oder Freundeskreis. Manche Mütter oder Väter konnten spontan frei machen, manche Firmen hielten sogar Betreuungsangebote für die Kinder ihrer Mitarbeiter vor. Die kleine Nele verbrachte den Freitagvormittag mit ihrer Oma auf dem Spielplatz am Schelfmarkt. Für einen Tag sei das durchaus machbar, so die Schwerinerin, mehr Streiktage wären schon problematischer. Aber die können kommen. Nach fünf Verhandlungsrunden ist die Gewerkschaft Verdi nicht zufrieden mit den Angeboten der Arbeitgeber.

280 Erzieher der Schweriner Kita gGmbH streiken für mehr Anerkennung und mehr Lohn. Argument: Die Anforderungen an Erzieher seien stetig gewachsen, die Gehälter nicht. Beim Streikfrühstück vor der Staatskanzlei dankte Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Ute Evers gestern OB Angelika Gramkow, die „sofortige Verhandlungen über eine angemessene Bezahlung“ der Erzieher fordert – obwohl sie auf der Arbeitgeberseite steht.

Wie die höheren Gehälter finanziert werden sollen, dafür hat Verdi-Landesleiterin Karin Hesse eine Antwort: Laut neuester Steuerschätzung nehmen Bund, Land und Kommunen jährlich acht Milliarden mehr ein als geplant. „Es gibt also Spielräume für die Kommunen zur Finanzierung der Tarifforderung. “


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