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Pampower kritisieren Sanierung des Schöpfwerkes : 250 000 Euro im Siebendörfer Moor versenkt

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Was derzeit im Siebendörfer Moor vor sich geht, passt einfach nicht zusammen: Für mehr als 250 000 Euro wird gerade das Schöpfwerk saniert. Zugleich soll an den Plänen zur Wiedervernässung des Moores festgehalten werden.

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erstellt am 26.Jan.2012 | 10:53 Uhr

Pampow | Was derzeit im Siebendörfer Moor vor sich geht, passt für den Pampower Landwirt Frank Gombert einfach nicht zusammen: Für mehr als 250 000 Euro wird gerade das Schöpfwerk auf Vordermann gebracht. Zugleich kündigt die Stadt Schwerin an, an den Plänen zur Wiedervernässung von großen Bereichen des Moores festzuhalten. Im kommenden Jahr soll es losgehen. "Das für die Erneuerung des Schöpfwerkes ausgegebene Geld würde sich erst in 20 bis 30 Jahren refinanzieren", schätzt Gombert. Bis dahin seien aber die meisten Flächen längst überflutet, das Geld versenkt.

Für Gombert ist das besonders ärgerlich. Denn der Landwirt bewirtschaftet zirka 300 Hektar Grünland, die im 720 Hektar großen Einzugsbereich des Schöpfwerkes liegen. "Betroffene Grundstückseigentümer, die ihre Wiesen an mich verpachtet haben, müssen die Sanierung zahlen", erläutert Frank Gombert. Da sie natürlich auch von den Plänen der Stadt Schwerin zur Renaturierung gehört haben, sehen sie das als Geldverschwendung an. Das sieht Gombert ähnlich - ebenso ergeht es den Gemeindevertretern Pampows und Bürgermeister Hartwig Schulz. "Wir hatten im Wasser- und Bodenverband gegen die Sanierungspläne gestimmt", betont Schulz. Stattdessen sollte die natürliche Vorflut im Siebendörfer Moor überall dort hergestellt werden, wo es möglich ist. Auch so wäre der heutige Wasserstand auf einem Großteil der Flächen im Bereich des Schöpfwerkes zu halten, meint der Landwirt. Für die Bereiche, für die das nicht ausreicht, hätte ein kleines, deutlich billigeres Schöpfwerk errichtet werden können. Doch der Pampower Vorschlag scheiterte, auch weil die Stadt Schwerin, das größte Mitglied im Wasser- und Bodenverband, für die Sanierung des Altbaus stimmte. Zugleich hält die Landeshauptstadt an der Renaturierung fest", sagt Schulz. "Muss sie eigentlich auch." Denn das wurde bei der Planung und Schaffung des Industrieareals Göhrener Tannen einst so beschlossen. Auch die Gemeinde Pampow stimmte damals zu, dass die Vernässung des Moores als Ausgleichsmaßnahme erfolgen soll. "Wir wollten ja nicht der Schaffung von tausenden Arbeitsplätzen im Wege stehen. Davon hätte schließlich die gesamten Region profitiert", bringt Schulz in Erinnerung. Doch BMW zog es bekanntlich nach Leipzig. Der durchschlagende, positive Effekt durch das Industrieareal für Schwerin und Umgebung blieb bislang aus, die negativen Folgen hingegen drohen weiterhin. Hartwig Schulz: "Darüber bin ich schon sehr enttäuscht." Gombert und Schulz setzten nun darauf, dass bei einer Beratung mit allen Beteiligten in der nächsten Woche mehr Klarheit über die Zukunft des Siebendörfer Moores geschaffen wird.

Für Gombert steht indes fest, dass es anders laufen muss als 2011. In dem verregneten Sommer wurde nur selten Wasser aus dem Siebendörfer Moor abgepumpt. Die Flächen im Schöpfwerksbereich waren daher für den Landwirt kaum nutzbar. Heu hat er hier gar nicht ernten können. Und auf nur etwa 30 Hektar - von seinen 300 - konnte Gombert eine Rinderherde weiden lassen. "Letztlich hatte ich viel zu wenig Futter und musste im August eine Mutterkuh-Herde mit 78 Tieren verkaufen", berichtet der Pampower.

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