Klub Einblick: : 25-jähriger Kampf

Der Geburtstag des Klubs Einblick wurde gestern Abend im Demmlersaal gefeiert.
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Der Geburtstag des Klubs Einblick wurde gestern Abend im Demmlersaal gefeiert.

Viele halten es immer noch für unnormal, schwul oder lesbisch zu sein, doch in Schwerin hat sich in vergangenen Jahren einiges getan

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29. November 2014, 16:00 Uhr

„Hey du Schwuchtel, lass mich durch“, schimpft ein junger Mann im Schlosspark Center im Vorbeilaufen. Kurz darauf schubst er einen anderen beiseite und geht lässig weiter. Begriffe wie Homo, Gay, Lesbe, Schwuchtel oder Schwuler sind für viele immer noch im alltäglichen Sprachgebrauch Synonyme für abnormal.

In Schwerin habe sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Die Gleichstellung von Lesben und Schwulen sei in vielen Bereichen vollzogen worden, versichert Roy Rietentidt vom Klub Einblick, dem schwul-lesbischen Kommunikations- und Beratungszentrum. „Es gibt aber auch noch einige Themen, wo Lesben und Schwule zwar die gleichen Pflichten haben, aber nicht die gleichen Rechte. Auch in den Bereichen Adoption und Ehe ist noch einiges zu tun. Man darf nicht vergessen, dass auch heute noch Lesben und Schwule ausgegrenzt werden oder sogar Gewalt gegen sie angewendet wird“, erklärt Rietentidt. Homophobie finde sich noch in so einigen Köpfen, so der Vorstandsvorsitzende des Trägerverein vom Klub Einblick. Besonders deutlich werde dies in typischen Männerberufen wie Polizei und Feuerwehr oder in Männersportarten wie Fußball. „Aber auch die katholische Kirche bietet leider den Menschen Auftrieb, die Lesben, Schwule und Transgender als krank bezeichnen“, so Rietentidt.

Dabei hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1992 die Homosexualität aus dem Katalog der psychischen Störungen entfernt und damit klare Verhältnisse geschaffen. Heute spricht man von der sexuellen Identität einer Person, die zum Beispiel hetero- oder eben homosexuell sein kann.

In der jungen Bevölkerung sei die Akzeptanz stark gewachsen. Probleme würden die älteren Jahrgänge, die noch einen anderen Umgang mit Sexualität erlebt hätten, bereiten. Hier müsse auch weiter aufgeklärt werden. „Der Klub wurde mehrmals Opfer von Schmierereien rechter Parolen. Trotzdem sind wir in Schwerin voll integriert und haben verlässliche Partner“, betont Rietentidt.

In Schwerin ist der Klub in der Lübecker Straße 43 einziger Anlaufpunkt für Schwule und Lesben. Er wurde 1990 gegründet und hat derzeit 56 Mitglieder. Seit 25 Jahren kämpfen sie für mehr Rechte der Schwulen und Lesben. Gestern wurde das 25-jährige Bestehen im Rathaus gefeiert.

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