DKMS-Hilfsaktion in Schwerin : 1300 wollen helfen - damit Christian weiterleben kann

Im Hotel Elefant: Marie Peters und Leah-Sophie Stephan gaben ihre Speichelproben bei Luciana Wegner ab (v.r.).
Im Hotel Elefant: Marie Peters und Leah-Sophie Stephan gaben ihre Speichelproben bei Luciana Wegner ab (v.r.).

Hilfsaktion für an Blutkrebs erkrankten Familienvater: Mehr als 1300 Personen ließen sich als mögliche Stammzellen-Spender registrieren

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05. November 2017, 20:40 Uhr

Alle wollen Christian helfen: Mehr als 1300 Frauen und Männer aus Schwerin und Umgebung sind am Sonntag ins Hotel Elefant in der Goethestraße gekommen, um sich als potenzielle Stammzellen-Spender registrieren zu lassen und den 40-jährigen Christian Paeseler aus Wöbbelin zu unterstützen. Er ist an Blutkrebs erkrankt und kann nur durch die Übertragung von neuen Zellen überleben. „Ich bin überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft“, sagte die Lebengefährtin von Paeseler, Vanessa Assmann, sichtlich gerührt.

Rouven Pohl, Jenny Jahnke und Jens Schwarzer, drei Bekannte von Christian Paeseler, hatten die Registrierung organisiert, weil die weltweite Suche nach einem „genetischen Zwilling“ für ihren Freund bislang erfolglos geblieben war (SVZ berichtete). Schwarzer, Inhaber und Geschäftsführer des Hotels Elefant, stellte sein Haus für die Aktion zur Verfügung. An mehreren Tischen im großen Saal des Hotels saßen freiwillige Helfer, bei denen die Speichelproben abgegeben werden konnten. In anderen Räumen wurden die Personalien aufgenommen, konnten sich die Registrierten bei Kaffee und Kuchen stärken.

„Um 11 Uhr wollten wir mit der Aktion beginnen, aber die ersten Interessierten standen schon vor der Zeit vor der Tür. Es ist einfach großartig“, sagte Jenny Jahnke. Der ganze organisatorische Aufwand habe sich gelohnt. „Christian hat uns immer motiviert. Wir können ihm so etwas zurückgeben“, so Jahnke.

Viele junge Schweriner kennen Christian Paeseler unter seinem Spitznamen „Pizza“ oder als „DJ Synchron“. Zu den Menschen, die den Familienvater mit ihrer Registrierung unterstützen wollen, gehören auch Marie Peters und Leah-Sophie Stephan. Die beiden Studentinnen gaben am Tisch von Luciana Wegner ihre Speichelproben per Wattestäbchen ab. „Wenn es jemandem schlecht geht, dann muss man ihm doch helfen. Vielleicht kommen wir selbst mal in eine Situation, in der wir Hilfe brauchen, oder wir helfen anderen Leuten“, erklärten die jungen Frauen.

Tatsächlich: Wer sich gestern registrieren ließ, der komme möglicherweise auch als Stammzellen-Spender für andere Personen infrage, die an Leukämie erkrankt sind – weltweit, erklärte Babette Gebhardt von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Die Informationen von sechs Millionen potenziellen Spendern habe die Datei in ihrem Bestand, rund 65 000 Personen hätten auch schon einmal Stammzellen gespendet.

Christian Paesler hofft sehnsüchtig auf einen Spender. Derzeit sei er im Krankenhaus, bekomme eine Chemotherapie, sagte seine Lebensgefährtin. Es gehe ihm relativ gut, überleben könne er aber nur mit einer Stammzellen-Spende. Und Vanessa Assmann fügt hinzu: „Er ist sehr stolz darauf, so tolle Freunde zu haben.“

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