Bauen in Schwerin : 13 Wildbirnen und ein Streit

Die Bäume sind schon lange gefällt. Jetzt will die Stadt Chinesische Wildbirnen pflanzen – zum Ärger der Umweltschützer.
Die Bäume sind schon lange gefällt. Jetzt will die Stadt Chinesische Wildbirnen pflanzen – zum Ärger der Umweltschützer.

Der BUND kritisiert die Stadt, weil Zusagen für die Gestaltung des Großen Moores nicht erfüllt werden sollen

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15. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Der Streit um die Fällung von 13 Bäumen im Großen Moor zwischen der Puschkinstraße und der Landesrabbiner-Holdheim-Straße geht weiter. Der BUND kritisiert die von der Stadt geplanten Neupflanzungen. Statt 13 seien 14 Bäume zugesagt worden, heißt es in einem Schreiben an das Verkehrsmanagement. Außerdem sei die vorgesehene Baumart nicht für den Standort geeignet. „Sie wollten die Baufreiheit für den Straßenabschnitt Großer Moor, wir haben Ihnen die Hand gereicht, Sie haben sie zurückgewiesen.“

Weil die Bäume im oberen Bereich des Großen Moores auf den Versorgungsleitungen standen, sah die Stadt keine Möglichkeit, sie zu erhalten. Gegen eine Fällung hatten Anwohner mit Plakaten demonstriert. Der BUND als so genannter Träger öffentlicher Belange hatte der Abnahme der Bäume nur unter Auflagen zugestimmt: Es sollten wieder die ursprünglichen 14 Bäume gepflanzt werden, der Stammumfang sollte 30 Zentimeter betragen, zur Bewässerung sollte Regenwasser genutzt werden und es sollten wieder Baumhasel gesetzt werden.

Die Stadt teilt nun, lange nach Beginn der Bauarbeiten, mit, dass der Stammumfang akzeptiert werde, alles andere aber nicht umzusetzen sei. Es könnten nur 13 Bäume gepflanzt werden, weil Flächen für die Feuerwehr erforderlich seien. Der vierzehnte Baum würde über einer Gasdruckleitung stehen. Das sei aus sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich.

Auch seien die geforderten Baumhasel für den Standort nicht geeignet. Statt dessen sollen Chinesische Wildbirnen gepflanzt werden. Und eine Bewässerung mit Regenwasser sei nicht umzusetzen.

Der Umweltverband widerspricht: „Die von Ihnen favorisierte Baumart, die chin. Wildbirne, ist ein kleinkroniger Baum. Der BUND lehnt die Pflanzung an dieser Stelle ab.“ Gefordert waren „mindestens mittelkronige Bäume“. Die Umweltschützer schlagen alternativ Eschen, Hainbuchen, Ulmen oder Ahorn vor. Und für die Regenwasserbewässerung gibt der BUND sogar eine Zeichnung an die Stadt, wie die anzulegen und wie das Pflanzloch vorzubereiten sei.

Auf die Forderungen des BUND hat die Stadt noch nicht reagiert. „Dass sie die Vereinbarung nicht einhalten wird, hätte sie uns vor dem Fällen der Bäume mitteilen müssen“, sagt BUND-Geschäftsführerin Corinna Cwielag. Die Verwaltung habe aber erst vollendete Tatsachen geschaffen. „Wir können uns offenbar nicht auf Zusagen der Stadt verlassen.“

Dem widerspricht Baudezernent Bernd Nottebaum. „Ich sehe eine Tendenz, dass wir uns mit dem BUND einigen werden.“ Zuvor aber werde er den Auftrag der Stadtvertretung erfüllen und sich mit den Anwohnern abstimmen.

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