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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. Dezember 2017 | 15:04 Uhr

Schweriner Inseln : 1000 Jahre Herrschaftssitz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schwerin ist die Stadt der Seen und Wälder – und der Inseln. Heute: Die Schlossinsel

Es ist nicht nur das Wahrzeichen der Stadt, sondern des ganzen Landes: das Schweriner Schloss. Majestätisch erhebt sich der Landtagssitz aus dem See. Die Schlossinsel ist seit mehr als tausend Jahren Herrschaftssitz.

Neueste Funde im Schlossinnenhof belegen: Bereits im Jahr 965 gab es hier eine slawische Burg. 1160 eroberte Heinrich der Löwe Mecklenburg. Die Wenden hatten bei ihrem Rückzug die Burg auf der heutigen Schlossinsel niedergebrannt. Die deutschen Eroberer errichteten an gleicher Stelle aber wieder eine Festung.

Das Schloss in seiner heutigen Form existiert seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Großherzog Friedrich Franz II. hatte entschieden, die Pläne seines Vaters Paul Friedrich zu einem Schlossneubau nicht weiter zu verfolgen, sondern das auf der Insel stehende marode Gebäude-Ensemble umzugestalten. Die Bauleitung hatte zunächst Georg Adolf Demmler. Nach dessen Entlassung aus dem Staatsdienst übernahm der Berliner Baumeister Stüler die Leitung. Die festliche Einweihung des Schlosses fand im Mai 1857 statt.

Nachdem der Großherzog 1918 abgedankt hatte, ging das Schloss in den Besitz des Staates über. 1921 wurden die historischen Räume als Museum eröffnet. Dazu kamen ein Bauernmuseum, ein Hygienemuseum, eine Ausstellung der Archäologischen Sammlung. Außerdem gab es ein Rundfunkstudio und diverse Büros im Schloss. Die Nationalsozialisten richteten einen Kindergarten ein. Zum Ende des zweiten Weltkrieges gab es ein Lazarett. Nach dem Krieg zog die Sowjetische Militäradministration ein, 1948 wurde ein Plenarsaal für den Mecklenburger Landtag eingebaut. An Stelle des 1913 ausgebrannten Goldenen Saales wurde 1972 ein Festsaal eingebaut, der allerdings eine schlechte Akustik hatte.

Von 1952 bis 1981 wurden im Schweriner Schloss Kindergärtnerinnen ausgebildet. Es gab ein Museum für Ur- und Frühgeschichte sowie das Polytechnische Museum in einigen Räumen der Orangerie.

Seit 1990 gibt es eine Mehrfachnutzung des großherzoglichen Baus: Der Landtag Mecklenburg-Vorpommerns hat dort seinen Sitz, es gibt eine sehr lebendige Schlosskirchengemeinde, im Königssaal und in der Orangerie ist eine Gastronomie angesiedelt und historische Räume werden museal genutzt.

Seit 1990 laufen umfangreiche Sanierungsarbeiten am Schweriner Schloss. Derzeit wird der Schlossgartenflügel saniert. Er war beim Schlossbrand im Jahr 1913 beschädigt worden.

Zur Bundesgartenschau 2009 entschieden die Verantwortlichen, den Burggarten wieder in seine historische Form zu bringen. Der Rosenhügel wurde wieder angelegt. Die Bepflanzung orientierte sich an der Zeit um 1857. Im Zentrum des Gartens liegt die Orangerie, die im Sommer als Gastronomie und im Winter als Pflanzenhaus genutzt wird. Der Burggarten enthält zahlreiche Elemente englischer Landschaftsgärten, außerdem italienische Terrassengärten im Stil der Renaissance und barocker französischer Gärten.

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