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Lokales

24. September 2017 | 01:42 Uhr

Zapfenstreich auf dem Neuen Markt

vom

svz.de von
erstellt am 18.Okt.2010 | 07:30 Uhr

Rostock | Mit einem Großen Zapfenstreich auf dem Neuen Markt will sich die Marine am Donnerstag um 19 Uhr bei den Rostockern für die freundliche Aufnahme in den vergangenen 20 Jahren bedanken. "Das ist schon eine Besonderheit, in Rostock bisher einzigartig", sagt Fregattenkapitän Helmut Greve. Gemeinsam mit Kollegen und Vertretern der Stadt inspizierte er gestern den Veranstaltungsort.

"Wir rechnen mit einigen Tausend Zuschauern", sagt Greve. Das Zeremoniell sei schließlich als Dankeschön für die Bevölkerung gedacht. Das soll auch der zentral gelegene Ort deutlich machen. Alternativen wie die Kaserne in der Kopernikusstraße oder der Stadthafen wären dem Anlass nicht gerecht geworden, sagt Greve.

Die Aufbauarbeiten werden am Donnerstag ab 14 Uhr beginnen. So genannte Hamburger Gitter werden einen Teil des Neuen Marktes absperren. An ihnen bezieht am Abend die aus Soldaten mit Fackeln in der Hand bestehende "Perlenkette" Posten und rahmt so den Großen Zapfenstreich ein.

Die 250 aktiven Teilnehmer aus dem Wachbataillon des Verteidigungsministeriums und aus dem Marinemusikkorps Ostsee werden dann von der Marienkirche aus auf den Neuen Markt einziehen und sich vor zwei Tribünen aufstellen. Der Zapfenstreich selbst wird nur rund eine halbe Stunde dauern, mit Ein- und Ausmarsch aber etwa eine Stunde in Anspruch nehmen. Für diese Zeit stellen die Straßenbahnen den Verkehr ein. "Das wollen wir aber so kurz wie möglich halten", sagt Greve.

Der Große Zapfenstreich ist das höchste militärische Zeremoniell in der Bundesrepublik und deswegen herausragenden Personen oder besonderen Anlässen vorbehalten. "Der muss von ganz oben genehmigt werden", sagt Greve. Bisher habe es in diesem Jahr erst acht von ihnen gegeben, den meistbeachtetsten für den früheren Bundespräsidenten Horst Köhler. Im Gegensatz dazu soll der Große Zapfenstreich in Rostock die Verbundenheit zwischen Stadt, Land und Marine zum Ausdruck bringen. Ein erster Anlauf im vergangenen Jahr anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls war noch an der Genehmigung gescheitert. "Ich habe bei den zahlreichen Veranstaltungen wie der Hanse Sail noch nie ein böses Wort über die Marine gehört", sagt Greve. Im Gegenteil habe es immer nur Zustimmung bis hin zum Schulterklopfen gegeben. "Das ist keine Selbstverständlichkeit", sagt der Fregattenkapitän.

Allerdings hat das Rostocker Friedensbündnis schon angekündigt, gegen die militärische Veranstaltung protestieren zu wollen. "Ich sehe dem Tag trotzdem entspannt-freudig entgegen", sagt Greve. Das Demonstrationsrecht sei ein Grundbestandteil der Demokratie, deren Verteidigung gerade die Aufgabe der Marine sei. Heute wird ein Sicherheitsausschuss von Bundeswehr und Polizei sich mit dem Thema befassen.

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