zur Navigation springen

Kritik von Naturschützern : XXL-Sandburg entsteht auf Rügen

vom

Mit der längsten Sandburg der Welt will Rügen ins Guinness-Buch der Rekorde. Dafür sollen 1500 Tonnen Sand aus einer Kiesgrube an den Strand gebracht werden. Naturschützer haben Bedenken. Eine Genehmigung fehlt bisher.

Die längste Sandburg der Welt soll am Pfingstsonntag auf Rügen entstehen. Die XXL-Sandburg an der Schaabe - einem Naturstrand im Norden der Insel - werde mit einer geplanten Länge von 27,5 Kilometern den bisherigen Rekord von 26,38 Kilometern übertreffen, zeigte sich Organisator Thomas van den Dungen am Dienstag in Glowe optimistisch. Der bestehende Rekord wurde 1991 in Myrtle Beach (South Carolina, USA) aufgestellt. "Wir rechnen mit vielen Freiwilligen, die am Sonntag beim Rekord helfen." Nach Angaben der Organisatoren sind rund 8000 Menschen für den Bau der Mega-Sandburg erforderlich. Mit dem Event will die Insel den Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde schaffen. Rügen hofft zudem auf einen Werbeeffekt, wie Constanze Patrunky von der Tourismuszentrale sagte.

Ein Fernsehsender dreht darüber eine große Reportage.

Obwohl die ersten Arbeiten bereits auf Hochtouren laufen, steht eine Genehmigung nach Angaben des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (StaLU) noch aus. Sie sei aber in Aussicht gestellt, sagte Frank Mikkat vom StaLU in Ueckermünde. Der Antrag sei erst am Montag eingegangen. Hintergrund: Für den Sandburgenbau werden bis zu 1500 Tonnen Sand aus einer Kiesgrube an den Strand gefahren, die dort in bis zu fünf Meter hohen Sandskulpturen verbaut werden sollen. Seit Montag schälen 25 Künstler aus Kanada, Russland, Schweiz, Holland, Ungarn Tschechien und Deutschland erste Türme und Burgmauern und Zinnen aus dem verdichteten gelblichen Sand heraus.

Dieser Sand habe im Gegensatz zum Strandsand keine runden, sondern eckige Körner und sei deshalb für den Sandburgenbau besser geeignet, begründete van den Dungen die Benutzung von Fremdsand.

Der Naturschutzbund NABU sieht das Vorhaben kritisch. "Das ist ein Eingriff in die Natur und stellt eine Verfremdung des Strandes dar", sagte Rügens NABU-Vorsitzende Marlies Preller. Mit dem Fremdsand könnten Substrate an den Strand gelangen, die Einfluss auf den natürlichen Bewuchs haben. "Rügen hat so viel schöne Natur, da muss man nicht mit einer Sandburg werben."

Das StaLU hat im Gegensatz zum Naturschutzbund NABU hinsichtlich der Umweltverträglichkeit keine Bedenken und beruft sich dabei auf ein Gutachten eines Rostocker Umweltlabors. Allerdings knüpft die Behörde an das Vorhaben mehrere Auflagen. Nach dem Projekt müsse der Strand grundsätzlich wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt werden, es sei denn, die zuständigen Gemeinden Juliusruh und Glowe seien mit dem Verbleib des Zusatzsedimentes am Strand einverstanden.

Zudem dürfen die Dünen - Teil der Küstenschutzanlagen - nicht zerstört werden, sagte Mikkat. Das werde von der Behörde auch überprüft.

Nach den Vorarbeiten der Sandkünstler soll das eigentliche Werk am Sonntag vollbracht werden, wenn Tausende Freiwillige die vergänglichen Kunstwerke mit 90 Zentimeter hohen und 30 Zentimeter breiten Sandwällen verbinden. Tourismusbetriebe organisieren für den Weltrekordversuch einen Bus-Shuttle aus den Tourismuszentren an den Strand, wie Patrunky sagte. "Wir setzen auch ganz stark auf Urlauber, die beim Schippen mithelfen."

Da die Schaabe eine Länge von rund zehn Kilometern hat, wird die Sandburg für den Rekordversuch in drei Reihen gebaut. Nur kräftiger Dauerregen könnte den Rekordversuch scheitern lassen. "Ein bisschen Regen ist kein Problem", zeigte sich Thomas van den Dungen zuversichtlich. Sollten trotzdem Unwetter den Rekordversuch am Sonntag zunichtemachen, könne am Pfingstmontag ein zweiter Anlauf gestartet werden. "Aber davon gehen wir nicht aus."

zur Startseite

von
erstellt am 07.Jun.2011 | 06:33 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen