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WWF gelingt Foto von Wolf in der Lübtheener Heide

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In der Lübtheener Heide ist ein Wolf in die Falle gegangen - in eine Fotofalle der Umweltschutzorganisation WWF. Wie deren Leiter für Artenschutz, Volker Homes, am Freitag der dpa in Schwerin sagte, ist es vermutlich ein männliches Tier, das sich seit längerem in dem Gebiet in Südwestmecklenburg aufhält. In der Region gab es in den vergangenen Jahren wiederholt Hinweise auf Wölfe - nun einen Beweis. Eine kleine Einschränkung machte der Wissenschaftler noch: 100-prozentig stehe erst nach einem genetischen Nachweis fest, wer da fotografiert wurde.

Es gebe Schäferhunde, die Wölfen unwahrscheinlich ähnlich sähen. „Wir gehen aber davon aus, dass es ein Wolf ist“, bekräftigte Homes.

Seit dem Frühjahr hatte der WWF zehn Fotofallen in der Lübtheener Heide aufstellen lassen, darunter auf einem Truppenübungsplatz der Bundeswehr. Am 29. Juli entstand dort das Wolfsfoto. Die Fotofallen werden per Bewegungsmelder ausgelöst und produzieren, sobald sich ein Tier vor der Linse bewegt, eine digitale Fotoaufnahme. Dass der Schnappschuss erst jetzt bekannt wurde, hängt damit zusammen, dass die Fotochips nur alle 30 Tage ausgewertet werden, sagte WWF-Sprecher Roland Gramling. Zumeist würden Hasen und Rehe abgelichtet.

Mit dem Foto des einsamen Wolfs bestätigen sich Beobachtungen des Wildbiologen Norman Stier, der in Mecklenburg-Vorpommern für die Koordinierung des Wolfsmonitorings zuständig ist. „Wir finden bereits seit März 2008 immer wieder die gleichen Spurmaße“, sagte er. Auch Sichtungen von „wolfsähnlichen“ Tieren könnten sich damit bestätigen.

Als nächstes streben die Forscher jedoch den genetischen Nachweis an, für den eigentlich etwas Wolfskot ausreichen würde. Doch der ist in dem riesigen Waldgebiet schwer zu finden, sagte Gramling. Der Kot könnte Aufschluss über Alter und Geschlecht des Tieres geben und anhand von Wolfsdatenbanken sogar über seine Herkunft - ob er etwa aus Polen oder von noch weiter östlich zugewandert ist oder gar aus einem der deutschen Rudel stammt.

Deutschlandweit gibt es nach Schätzung des WWF zwischen 50 und 60 Wölfe. Ein Großteil davon lebt in der sächsischen Lausitz. Aber auch aus anderen Regionen, wie etwa Hessen oder Bayern, werden immer wieder Sichtungen gemeldet. In Mecklenburg-Vorpommern ist früheren Angaben des Umweltministeriums zufolge seit vier Jahren ein Wolf in der Ueckermünder Heide nachgewiesen. Er sollte sogar eine Gefährtin haben und in diesem Jahr Nachwuchs erwarten.

Für eine Wolfsfamilie wäre auch in der Lübtheener Heide Platz, meint Homes. Militärische Übungsplätze seien für die versteckt lebenden Wölfe geradezu prädestiniert. Sie würden nur zeitweilig genutzt, so dass die Wölfe meist Ruhe hätten, und die Wilddichte sei dort sehr groß.

Wie der WWF weiter berichtet war der Wolf ursprünglich der Großsäuger mit der größten weltweiten Verbreitung. Er lebte auf der gesamten Nordhalbkugel nördlich des 15. Breitengrades, einschließlich Mexiko, Nordafrika, Arabien und Indien. Gnadenlose Verfolgung und Lebensraumzerstörung hätten dazu geführt, dass der Wolf in Westeuropa und selbst in Skandinavien Mitte des 19. Jahrhunderts weitgehend ausgerottet war. Allerdings sei „Canis lupus“ seit mehr als 20 Jahren dabei, aus Süden und Osten kommend seine alten Verbreitungsgebiete wieder zu erobern. Angst brauche vor dem scheuen Tier niemand zu haben, sagte Homes. Lediglich Landwirte müssten ihre Schafe schützen.

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erstellt am 20.Aug.2010 | 04:49 Uhr

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