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Lokales

18. November 2017 | 17:01 Uhr

Wunsch nach flexibler Betreuungszeit

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erstellt am 18.Okt.2010 | 12:50 Uhr

Schwerin | Was bewegt Eltern und Kinder im Alltag? Wie könnte man Schwerin familienfreundlicher machen? "Das herauszufinden, ist unser Hauptanliegen", erklärte Christine Dechau, Leiterin des Schweriner Bündnisses für Familie. Am Sonnabend, dem zweiten Aktionstag "Zeit für Familie" in diesem Jahr, standen Eltern und Kindern allerlei Türen offen. Bücherwürmer konnten sich in der Stadtbibliothek Hans Falladas "Geschichten aus der Murkelei" anhören und auch das Petermännchen- und das Feuerwehrmuseum luden Familien zum kostenfreien Besuch ein.

Ihrem Kredo, Familien und ihren Bedürfnissen Gehör zu verschaffen, kam das Bündnis im Rathaus nach. Dort trafen sich am Vormittag zwölf Familien mit Vertretern aus Politik und Verwaltung zum gemeinsamen Frühstück. Ziel war es, den Dialog zwischen beiden Parteien zu schüren und Ideen für ein familienfreundlicheres Schwerin zu sammeln. "Hier sind Vorschläge gefragt. Das soll schließlich nicht nur alles schön klingen, sondern auch etwas bewirken", betonte Christine Dechau.

Das ließ sich Familie Wilk aus Klein Buchholz nicht zweimal sagen. "Wir haben zwei Söhne und finden es oft sehr anstrengend, das Familienleben und die Kinderbetreuung mit unseren Arbeitszeiten zu vereinbaren", erzählte Janine Wilk ihrem Tischnachbarn, dem Stadtpräsidenten Stephan Nolte. Sie wünscht sich eine bessere Anbindung des Nahverkehrs an ihren Wohnort, sowie längere, flexiblere Öffnungszeiten in den Kindereinrichtungen. "Eine einzige 24-Stunden-Kita reicht für die ganze Stadt einfach nicht aus", pflichteten ihr Mann Rocco Wilk und Ulrich Planken vom Mehrgenerationenhaus bei. "Was wir brauchen sind mobile, vielseitig einsetzbare Betreuungskräfte, die den Familien nach Bedarf unter die Arme greifen können", sagte Planken.

Auch die alleinerziehende Mutter Cordula Wolf ist mit der jetzigen Betreuungssituation nicht zufrieden: "Ich finde insbesondere die sonderpädagogische Förderung noch sehr ausbaufähig." Sie tauschte sich am Sonnabend mit dem Fraktionschef der CDU/FDP, Sebastian Ehlers, aus. Der Politiker empfand den Dialog als sehr positiv: "Ich freue mich, dass es ein so offener Austausch war. Natürlich ist es aufgrund der Haushaltslage schwierig, alle Vorschläge zu verwirklichen, aber die Stadt könnte zum Beispiel dabei helfen, für manch ein Projekt Sponsoren zu finden." Auch Vize-OB Wolfram Frieders dorff (Linke) diskutierte kräftig mit. "Solche Veranstaltungen sind für die Familienpolitik sehr wertvoll. Mich haben Sie weiterhin als Partner", versprach er der Organisatorin Christine Dechau und überreichte ihr mit Sozialministerin Manuela Schwesig einen Förderungszuschlag von fast 8000 Euro, der das weitere Bestehen des Schweriner Bündnisses für Familien sichern wird.

Die Auswertung der einzelnen Diskussionen zeigte, dass es Schweriner Familien an Vorschlägen nicht mangelt. Angeregt wurden unter anderem ein Skaterpark in Innenstadtnähe, Patenschaften für Familien, flexiblere Betreuungszeiten in Kitas und Horten, eine stärkere Kooperation zwischen Kitas und Schulen und der Erhalt der beiden Schwimmhallen. Für den Erfolg der Veranstaltung zeugte der allgemeine Wunsch nach einem regelmäßigen Dialog in Form eines jährlichen Familienparlaments.

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