Restaurierung von Epitaph aus dem 16. Jahrhundert : Woserins Renaissance-Kunst gesichert

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Die Innensanierung der Woseriner Kirche hat begonnen. Im Altarraum steht ein großes Gerüst. "Die Renaissance-Malerei soll gesichert werden", erklärt der zuständige Dabeler Pastor Lange.

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23. November 2010, 10:05 Uhr

Defekte Stellen um das Fenster werden ausgebessert. An feuchten Mauerabschnitten, an denen Salze dem Putz zugesetzt haben, werden Proben genommen.

Es ist die Wand mit dem größten Schaden, so Lange. Hier werden Anstriche und Putz getestet. Ziel sei es, ein Restaurierungs- und Sanierungskonzept für die Kirche von innen zu erstellen. Gleichzeitig werden Kunstwerke aus dem 16. Jahrhundert gerettet. Dazu zählt neben der Malerei auch ein Epitaph.

Im aus dem 13. Jahrhundert stammenden Woseriner Gotteshaus wurden in den Vergangenheit 14 verschiedene Schichten aufgetragen. Zunächst war die Kirche hell, sagt Restaurator Matthias Zahn aus Schwerin, der bei den derzeitigen Arbeiten den Hut auf hat. Es gab aber auch schon in den Anfangsjahren eine Gestaltung, die nachweislich auch in den noch frischen Putz eingebracht wurde. Würde man die mittelalterliche Malerei freilegen, würde man allerdings die in späteren Jahrhunderten darüber aufgebrachte zerstören.

Die jüngste Farbgebung stammt aus dem Jahr 1857. Das Gewölbe wurde damals hellblau gestrichen, die Wände sind olivgrau, die Sockel und Fensterumrahmungen backsteinfarbig. Diese Fassung soll wahrscheinlich erhalten und restauriert werden, stammt doch aus der Zeit ein Großteil der Innenausstattung wie Altar und Kanzel. Die endgültige Entscheidung treffen aber die Denkmalschützer und der Oberkirchenrat.

Um die Farben in ihrem jetzigen Zustand zu erhalten, sollen sie mit einem pflanzlichen Leim überspritzt werden, sagt Restaurator Holger Marinowitz. Der Berliner arbeitet daran, die Wandmalerei aus der Renaissance freizulegen. Früchte und Girlanden zierten damals die Kirchenwände. Freigelegt hatte Matthias Zahn bereits während seiner Untersuchungen einen Früchtekorb aus dem 16. Jahrhundert. Seine Kollegin Christine Laubert aus Dresden kümmert sich um die Restaurierung des Epitaph aus dem Jahr 1597. "Es erinnert an die Gutsbesitzer", sagt Pastor Lange. Das Kunstwerk an der Wand beinhaltet eine Kreuzigungsdarstellung und die Anbetung von Jesus Christus. Als Figuren wurden die damaligen Gutsbesitzer verewigt. Von jedem Verstorbenen ist auch ein Wappen abgebildet.

Das Epitaph war mit Metallbolzen an der Wand befestigt. In den Jahrhunderten bildete sich Rost. Dadurch dehnten sich die Eisendübel aus und sprengten den Sandstein. Bei der Restaurierung sollen diese Schäden behoben werden.

Die derzeit laufenden Arbeiten in Woserin sind mit 13 000 Euro geplant, sagt Pastor Lange.

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