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Vortrag statt Naturschauspiel in Lübz : Wolken verdecken Sonnenfinsternis

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Planetariumsführer Heinz Wesner hatte sich so darauf gefreut: Die partielle Sonnenfinsternis, die für gestern Morgen angesagt war. Doch das Wetter machte ihm und den Besuchern einen Strich durch die Rechnung.

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erstellt am 04.Jan.2011 | 07:16 Uhr

Lübz | Planetariumsführer Heinz Wesner hatte sich so darauf gefreut: Die partielle Sonnenfinsternis, die für gestern Morgen angesagt war. Doch das Wetter machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Eine dichte Wolkendecke verhinderte die Sicht auf das Naturschauspiel, das in Lübz um 9.27 Uhr seine maximale Ausprägung hatte. Weder Wesner noch die Besucher, die extra für das Spektakel ins Planetarium gekommen waren, bekamen etwas davon zu sehen.

Bei klarem Himmel hätte man beobachten können, wie der Mond die Sonnenscheibe Stück für Stück bedeckt, sie bis zu 70 Prozent verhüllt worden wäre, so Wesner. Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich nämlich der Mond zwischen Erde und Sonne, so dass diese aus unserer Sicht verdeckt wird. Dabei gibt es unterschiedliche Ausprägungen: Bei einer totalen Sonnenfinsternis überlappt der Mond die Sonne für einen Moment komplett, während bei der partiellen Form noch eine Sichel erkennbar ist.

Welche Art der Eklipse zu sehen ist, hänge vom Neigungswinkel ab, den die Erde zum Mond habe, erklärt Wesner. Gestern konnte sich der Erdtrabant nur teilweise vor die Sonne schieben. Das Ergebnis: In Europa, Nordafrika und Westasien war - bei klarer Sicht - eine partielle Sonnenfinsternis zu beobachten. Und eine besondere obendrein. "Hätten wir die Sonne sehen können, wäre sie schon nicht voll aufgegangen, sondern von Anfang an teilweise vom Mond verdeckt worden", erzählt der Planetariumsführer.

Die dicke Wolkendecke kam für Wesner allerdings nicht überraschend: "Es war schon eine Woche vorher klar, dass man nichts sieht", räumt er ein. Trotz allem hätte der Hobby-Astronom seinen Besuchern das Schauspiel gern durch das Fernrohr gezeigt. Stattdessen hielt er einen Vortrag zur Einführung in die Astronomie und informierte allgemein über Sonnenfinsternis, Himmelsgestirne und den Weltraum.

So erklärte Wesner unter anderem auch, warum es gefährlich ist, bei einer Sonnenfinsternis direkt in die Sonne zu schauen. "Die Augen sollten ein hohes Gut sein, deshalb muss man sie schützen", sagte der Planetariumsführer. Bei normalen Tageslicht sei es nicht möglich in die Sonne zu gucken, weil sie zu hell ist und sich das Lid deshalb automatisch schließt. Bei einer Finsternis wird das Licht abgelenkt. Deshalb erscheint uns die Sonne weniger hell, obwohl die Strahlung nach wie vor noch sehr intensiv ist. Ein Schutz, wie zum Beispiel eine Sonnensichtbrille, sei deshalb unvermeidlich, wolle man das Geschehen direkt beobachten.

Außerdem machte Wesner auf ein anderes Naturschauspiel aufmerksam, das in diesen Tagen zu bestaunen ist: Wenn der Himmel nachts aufklart, seien vermehrt Sternschnuppen zu sehen. Denn die Laufbahn der Erde verlaufe gerade durch Meteoritenschauer.

In diesem Jahr wird sich der Mond noch dreimal vor die Sonne schieben: Am 1. Juni, 1. Juli und 25. November, doch keines der Ereignisse wird von Mitteleuropa aus zu sehen sein. Deshalb muss Wesner sich noch etwas gedulden, bis sich eventuell sein Traum, eine totale Sonnenfinsternis zu beobachten, erfüllt. Die letzte fand 1999 statt und war von Bayern und Baden-Würtemberg aus zu sehen.

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