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Ein Rüde lebt in Lübtheener Heide : Wolf im Kreis auf verlorenem Posten

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Naturschützer sprechen schon lange davon: Die Landschaft im Nordosten Deutschlands ist für Wölfe ein nahezu idealer Lebensraum. Hier finden sie noch unzerschnittene Lebensräume und ausreichend Nahrung.

Ludwigslust/Hagenow | Naturschützer sprechen schon lange davon: Die Landschaft im Nordosten Deutschlands ist für Wölfe ein nahezu idealer Lebensraum. Hier finden sie noch unzerschnittene Lebensräume und ausreichend Nahrung. Spätestens seit Januar 2008, als im Landkreis Ludwigslust mehrere Schafe von vermutlich zwei Wölfen gerissen wurden, sind die Vorhersagen der Experten Realität geworden. MeckPomm ist wieder offizielles Wolfsland. 2009 wurden hier fünf Wölfe gezählt. Aktuell befinden sich vermutlich aber nur noch drei Tiere in M-V. Auf den Landkreis Ludwigslust entfällt ein Exemplar. "Seit 2008 lebt in der Lübtheener Heide ein Wolfsrüde", weiß Kristin Zscheile, Sachbearbeiterin für Artenschutz beim Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Güstrow. Sie geht davon aus, dass der Bestand im Land zunehmen werde. Wölfe besiedeln derzeit rund 1000 Quadratkilometer in M-V. Seit 2010 sei deshalb ein Wolfsmanagement in Kraft. "Dafür sind rund 40 Wolfsbetreuer ausgebildet worden. Sie sollen landesweit Hinweise auf Wölfe entgegen nehmen, diese dokumentieren und sind zudem Ansprechpartner für Bürger in den Regionen."

Dabei war das Land im Grunde nur etwa 50 Jahre wirklich "wolfsfrei". In Mecklenburg-Vorpommern sind seit 1948 fünf Wölfe geschossen worden. Zwischen 2007 und 2009 wurden im Land elf Vorfälle registriert, bei denen möglicherweise ein Wolf Nutztiere gerissen hatte. 2010 wurden keine Schadensfälle gemeldet. Im laufenden Jahr wurden bislang zwei Schadensfälle bekannt. Die Wiederansiedlung des Wolfes stößt deshalb nicht überall auf Freude. "Die Akzeptanz der Wölfe ist schwierig. Zu viele Menschen sind offensichtlich mit einem Märchenbuch im Kopf aufgewachsen", bedauert Kristin Zscheile.

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erstellt am 28.Jun.2011 | 05:38 Uhr

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