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Lokales

22. Oktober 2017 | 08:31 Uhr

Wohnungsbaufirma macht Bankrott

vom

svz.de von
erstellt am 06.Aug.2010 | 06:34 Uhr

Gadebusch/Klütz | Im Landkreis Nordwestmecklenburg ist eine kommunale Wohnungsgesellschaft pleite gegangen und musste beim Amtsgericht Schwerin Insolvenz anmelden. Dabei handelt es sich um die Grundstücksgesellschaft der Stadt Klütz, die möglicherweise vor Übernahme steht. Betroffen sind 140 Wohnungen, sagt Bürgermeister Dieter Fischer auf Anfrage der SVZ. "Für die Mieter hat das keine Auswirkungen. Es bleibt alles beim Alten."

Insolvenzverwalter Dirk Decker aus Hamburg soll jetzt versuchen, einen neuen Investor zu finden. Das dürfte allerdings nicht ganz einfach werden, befürchtet Fischer. Denn der Zustand einiger Wohnungen ist nicht mehr der beste. Die Sanierung liegt 15 Jahre zurück. Aus Sicht des Bürgermeisters ist das der Hauptgrund für den Leerstand. Der liegt bei 15 Prozent.

Nach dem Insolvenzantrag könnte die kommunale Wohnungsgesellschaft interessant werden für andere kommunale Unternehmen. Heike Post von der Wohnungsgesellschaft Radegasttal wollte sich nicht in die Karten schauen lassen, ob sie Interesse an einen Kauf hat. "Ich habe davon erst jetzt erfahren. Und über so etwas muss man lange nachdenken", sagte die Geschäftsführerin. Die Wohnungsgesellschaft ist nach der Wobag in Grevesmühlen, die fast 2300 Wohnungen verwaltet, die zweitgrößte Wohnungsgesellschaft im Kreis. Sie vermietet und betreut rund 1775 Wohnungen. Nicht nur in Gadebusch, sondern auch in Schönberg, Rehna, Schlagsdorf, Roggendorf, Mühlen Eichsen, Groß Molzahn, Krembz, Dragun, Kneese, Kirch Grambow, Brützkow, Thandorf, Veelböken, Hindenberg, Frauenmark, Rieps, Dechow und Perlin.

Um die Kredite an die Sparkasse Lübeck zu tilgen, musste die Stadt Klütz in den vergangenen fünf Jahren zwischen 60 000 und 80 000 Euro pro Jahr zuschießen. "Die vergangenen fünf Jahre haben wir uns damit über Wasser halten können. Jetzt ist eine Situation eingetreten, in der wir sagen, wir können das als Stadt nicht mehr tragen. Wir brauchen die Mittel für ganz andere Dinge", sagt Fischer. Er gibt vor allem der Sparkasse Lübeck die Schuld für die finanzielle Schieflage der Grundstücksgesellschaft. Die habe die Stadtvertreter Anfang der 1990er Jahre falsch beraten. "Es wurde eine absolut zu hohe Investition getätigt, die auf Dauer nicht abzuzahlen war. Das war eine Fehlinvestition in Größenordnungen, die die entsprechende Bank und das ist die Sparkasse zu Lübeck, eigentlich hätte sehen müssen." In den ersten Jahren nach der Wende habe die Grundstückegesellschaft ihre damals 180 Wohnungen für 3,2 Millionen Euro saniert.

Eigentlich sollte ein Sanierungsplan die Insolvenz der Grundstückegesellschaft verhindern. Der war aber offenbar erfolglos. Nachdem das Amtsgericht mehrere Monate lang geprüft hat, leitete es das Insolvenzverfahren ein.

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