Wohnmobile auf der sanierten Mülldeponie

23-30627732.jpg

von
22. Dezember 2009, 08:44 Uhr

Warnemünde | Jetzt werden in der Stadtverwaltung endlich Nägel mit Köpfen gemacht, wo ein Bebauungsplan für den seit Jahren geforderten Wohnmobilplatz Warnemünde erarbeitet wird. Vertreter des Amtes für Stadtplanung und Stadtentwicklung wollen das Vorhaben auf der nächsten Sitzung des Ortsbeirates am 5. Januar der Öffentlichkeit vorstellen. Anschließend wird das Projekt in den verschiedenen Ausschüssen der Bürgerschaft diskutiert, bevor die Abgeordneten auf ihrer Tagung am 27. Januar darüber entscheiden sollen.

Bislang steht den Besitzern von Caravans in der Hansestadt nur im Camping- und Freizeitpark Markgrafenheide ein offizieller Platz mit entsprechender Infrastruktur wie Möglichkeiten zum Duschen und zur Entleerung von Toiletten zur Verfügung. Nun ist vorgesehen, auf der ehemaligen Mülldeponie im Weidenweg südlich der Sportplätze an der Parkstraße ein Areal mit allem Drum und Dran entsprechend den Wünschen der Wohnmobilnutzer zu errichten.

Bislang parken die Caravan-Besitzer besonders gern direkt am Wasser. So beispielsweise auf dem Parkplatz der Fährreederei Scandlines mit Blick auf den Seekanal oder an der Jugendherberge, wo sie mit wenigen Schritten den Strand erreichen. Ist die Idee, im Weidenweg ein entsprechendes Areal herzurichten, tatsächlich ideal?

Sichtlich zufrieden mit der Entscheidung der Stadt, nach jahrelanger Diskussion nun endlich solch einen Platz zu errichten, ist Tourismuschefin Marita Schröder. "Ich finde diese Lösung gut. Der Weg zum Wasser beträgt nur wenige Hundert Meter. Und die Gäste haben dort viel Ruhe", sagt die Tourismuschefin. Sie plädiert dafür, einen komfortablen Platz zu schaffen, auf dem die Besitzer der Wohnmobile neben Sanitäranlagen und Entsorgungsmöglichkeiten auch Raum finden, um ihre Stühle und Tische im Freien aufstellen zu können. "Diese Gäste sind uns sehr willkommen. Auch wenn sie ihre Unterkunft mitbringen, so kurbeln sich doch die Wirtschaft durch Besuche in Gaststätten oder Geschäften mit an", sagt Schröder.

Bedenken, auf einer ehemaligen Mülldeponie einen solchen Platz zu etablieren, gibt es nach wie vor. Das weiß auch Dr. Andreas Neupert. Der Abteilungsleiter Wasser und Boden im Umweltamt hat die sehr aufwändige Sanierung der Deponie vor etlichen Jahren fachlich begleitet. " In der Deponie gibt es nach wie vor Gase. Dabei handelt es sich überwiegend um Methan, das als Gemisch mit Sauerstoff gefährlich, da explosiv ist", sagt Neupert. Deshalb habe man die Sanierung durchgeführt, während der eine Ausgleichsschicht in der Deponie eingebaut wurde. In dieser sammeln sich die Gase, die wiederum in Rohre gelangen. Diese führen zu zwei Brunnen, die mit einem Biomaterial versehen sind und eine Art Filter darstellen. In dem Holzschnitzel-Material, das regelmäßig ausgewechselt wird, siedeln sich Mikroorganismen an, die das Methan zersetzen. "Wir messen und kontrollieren regelmäßig, was aus den Brunnen an die Luft abgegeben wird. Während der jüngsten Messung im Juni war fast kein Methangehalt feststellbar", sagt Neupert. Der Abteilungsleiter schließt aufgrund der Werte negative Wirkungen für den Menschen aus. Für den Fachmann wird vielmehr deutlich, dass sich die aufwändige Sanierung gelohnt hat und das Areal für gewerbliche Nutzung geeignet ist.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen