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Lokales

24. November 2017 | 02:48 Uhr

"Wittenberger Wache muss bleiben"

vom

svz.de von
erstellt am 31.Mär.2011 | 06:44 Uhr

Prignitz | Das mögliche vollständige Aus für die bisherige Polizeiwache Wittenberge löst Bestürzung aus. Nach den unserer Redaktion vorliegenden Informationen soll die Wache im Zuge der Polizeireform geschlossen werden (wir berichteten gestern). Eine offizielle Bestätigung gibt es bisher nicht, dass Innenministerium hat für heute eine Pressekonferenz angekündigt. Auch die Führungsspitze des Prignitzer Schutzbereiches wollte sich gestern nicht äußern. Nicht betroffen von der Schließung seien in der Prignitz die Wachen Perleberg und Pritz walk, die Wasserschutzpolizei Wittenberge sowie die Autobahnpolizei. Was die Schließungen konkret bedeuten können, wird voraussichtlich heute bekannt gegeben.

"Diese Information kann ich nur mit völligem Unverständnis aufnehmen", sagte Landrat Hans Lange (CDU). Der Kreistag habe für die Kommission die Besonderheiten insbesondere von Wittenberge herausgearbeitet. Das seien die Bahnlinie, die Elbe, der Hafen, die Kriminalitätsrate. "Eine vollständige Schließung der Wache ist völlig inakzeptabel, kann so nicht umgesetzt werden", erklärte Lange. Er warte mit Spannung auf die heutige Erklärung von Minister Dietmar Woitke, denn "bisher hat er sich völlig anders geäußert".

Bürgermeister Dr. Oliver Hermann kritisiert, dass die Information zuerst über die Medien kam. "Es ist noch keine Entscheidung, wir werden dem Minister vorschlagen, diesem Entwurf nicht zu folgen." Heute trifft er sich mit den Fraktionsvorsitzenden der Stadtvertretung. Sie wollen einen Brief an Woitke verfassen. "Er hat Kriterien wie Kriminalitätsstatistik und Einwohnerzahl für eine 24-Stunden-Wache erlassen, wir erfüllen diese und fordern die Wache", sagte Hermann.

Der Landtagsabgeordnete Thomas Domres (Linke) hat aus der Presse vom Sachverhalt erfahren: "Wir müssen für Wittenberge eine Lösung finden. Ich gehe davon aus, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, dass es sich um Vorschläge handelt."

Koalitionskollege Holger Rupprecht (SPD) sprach gestern selbst mit Woidke und erklärte, es handele sich bislang nur um einen Vorschlag, entschieden sei nichts. Er werde sich aber für den Erhalt der Wittenberger Wache, wenn auch nicht unbedingt als 24-Stunden-Wache, einsetzen.

Von einer "herben Enttäuschung" spricht Lutz Lange für den Wachstumskern Prignitz. Eine mögliche Schließung der Wache in der größten Stadt der Prignitz sei ein "verherrendes Signal" für den Landkreis. Darüber müsse mit der Landesregierung und den Abgeordneten gesprochen werden. Kritisch hinterfragt Lutz Lange den ökonomischen Aspekt, wenn landesweit nur fünf Standorte aufgegeben werden.

Für den CDU-Landtagsabgeordneten Gordon Hoffmann war klar, "dass die massiven Kürzungen nicht spurlos an der Prignitz vorbei gehen". Das Parlament könne aber keinen Einfluss mehr nehmen: "Damit rächt sich die Zustimmung von rot-rot zum Gesetzentwurf", sagte er.

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