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Lokales

23. Oktober 2017 | 17:20 Uhr

Wittenberger siegt gegen Abzockfirma

vom

svz.de von
erstellt am 18.Aug.2010 | 10:06 Uhr

Prignitz/Liechtenstein | Betrogen und abgezockt fühlt sich der Wittenberger Bernhard Wika. Er hat bei der Liechtensteiner Teleshop Versandhandels AG Ware bestellt, zurückgeschickt, aber nur einen Teilbetrag erstattet bekommen. Mit Unterstützung unserer Zeitung kann er jetzt auch auf den anderen Teil hoffen.

"Versandkosten sollten nicht anfallen, so dass der Kaufbetrag 41,97 Euro betrug", erzählt Wika. Um so erstaunter war er dann, auf der Rechnung vom 30. Mai 2010 einen Betrag von 77,70 Euro zu entdecken. Der Teleshopgesellschaft lockte zwar mit Gratisversand, schlug aber eine Bearbeitungs-, eine Handlings- und Nachnamegebühr auf. Auch Transportversicherung und Porto fielen an. "Ich überwies den Betrag und schickte die Ware zurück", so der Wittenberger Kunde.

Daraufhin erhielt er lediglich eine Gutschrift in Höhe von 38,35 Euro - ein Betrag, den der Wittenberge gar nicht nachvollziehen konnte. "Außerdem wollte ich keine Gutschrift, sondern eine Rückerstattung." Am 23. Juli schrieb er an den Versandhandel und forderte die Rückzahlung des eingezahlten Kaufpreises in voller Höhe in Form eines Verrechnungsschecks.

Misstrauisch geworden, gab Wika nicht wie von der Firma gefordert, seine Bankdaten für eine Rücküberweisung heraus. Sein Misstrauen wuchs noch, als er mehrfach vergeblich versuchte, per Telefon einen Mitarbeiter zu sprechen. "Über teure Hotlines wurde ich hingehalten."

Aber die Teleshop AG reagierte und schickte am 6. August einen Verrechnungsscheck. "Nur wieder nicht über die von mir gezahlten 77,70 Euro, sondern in Höhe von 33,35 Euro."

Bernhard Wika gab auf, schrieb den Restbetrag ab, kam aber in unsere Redaktion: "Ich bin hereingefallen, aber bitte warnen Sie Ihre Leser, damit es nicht auch anderen Prignitzern passiert." Eine Recherche im Internet ergab, dass Wika längst kein Einzelfall ist, sondern mittlerweile mehrere Liechtensteiner Behörden und die Regierung gegen das Unternehmen ermitteln.

Mit Unterstützung der dortigen Landesverwaltung und des Amtes für Handel und Transport konnte unsere Redaktion Wikas Fall an die Rechtsabteilung der Teleshopping AG übergeben. Die reagierte binnen weniger Stunden: "Wir dürfen Sie informieren, dass die Rückzahlung in Höhe von 33,35 Euro am 6.8.2010 per Scheck erfolgt ist. Die Rückzahlung des Restbetrages erfolgt in den kommenden 10-14 Tagen ebenfalls per Scheck", schrieb Astrid Zandl von der Rechtsabteilung an unsere Redaktion.

"Ich danke Ihnen herzlich", so Bernhard Wika am Telefon, als unsere Zeitung ihn gestern informierte. "Mir ging es ja gar nicht um diesen Betrag, sondern um die bodenlose Frechheit dieser Firma", sagt er.

Die Liechtensteiner Behörden haben reagiert und Auflagen erteilt.

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