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Lokales

26. September 2017 | 18:27 Uhr

Wittenberger Öle in Lippenstiften

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svz.de von
erstellt am 25.Jun.2010 | 08:25 Uhr

Wittenberge | "Wir sind davon überzeugt, dass zunehmend auch Bioprodukte aus unserer Branche auf dem Markt gefragt sein werden", sagt der Marketingchef der Prignitzer Chemie, Wolfgang Krüger. Das zur Cremer Group gehörende Unternehmen mit Sitz im Industriegebiet Süd in Wittenberge will nach Krügers Worten von Anfang an mitmischen, wenn die Nachfrage anzieht. Diese sei derzeit noch relativ gering, bedingt auch durch die höheren Preise gegenüber den herkömmlich produzierten Fettsäuren, Glyzerinen und Estern.

Die Prignitzer Chemie verarbeitet Pflanzenöle zu hochwertigem Glyzerin, Fettsäuren sowie Fetten mit einer speziellen Molekülstruktur. Dieses sogenannte MCT findet sich beispielsweise in Diätprodukten, da es aufgrund seiner Struktur vom Körper nicht in das Fettgewebe eingelagert werden.

"Für die Bioprodukte verwenden wir Öl aus kontrolliertem Anbau", erklärt Krüger. Die Prignitzer Chemie verwende Kokosöl aus einem asiatischen Gebiet, für den nachweisbar sei, dass der Anbau beispielsweise nicht auf Flächen erfolge, die durch Brandrodung entstanden seien, dass sämtliche geforderten ökologischen Parameter eingehalten werden.

Die Prignitzer Chemie profiliert sich allerdings nicht allein auf diesem Gebiet. Die Cremer Oleo GmbH werde die Prignitzer Chemie zu einem der führenden und innovativsten Unternehmen für die Produktion von Spezial estern in Europa machen, kündigte Geschäftsführer Patrick Knüppel vor gut zwei Wochen bei der Übergabe eines für 1,5 Millionen Euro erweiterten Esterreaktors an.

Im Herbst will das Unternehmen mit dem Neubau von zwei neuen Anlagen beginnen. Die Investition von über 13 Millionen Euro wird sich laut Krüger "in der Vergrößerung und Herstellung einer Vielzahl von neuen Produkten niederschlagen". "Wir werden in Wittenberge künftig einen Teil unserer Produkte selbst höher veredeln können." Der Konsument findet diese beispielsweise als Komponenten in Lippenstiften, in Dusch- und Schaumbädern, aber ebenso in medizinischen Cremes und Lotionen. "Wir betreiben mit der Erweiterung und Spezialisierung sehr direkte Standortsicherung für Wittenberge", unterstreicht der Marketingchef. Das hatte im Gespräch mit dem "Prignitzer" auch Patrick Knüppel deutlich gemacht. Er sprach von einer klaren Entscheidung der Cremer Group für Wittenberge, die mit der insgesamt 15 Millionen Euro umfassenden Investition gefallen sei.

Die neue Produktionsstrecke soll im vierten Quartal 2011 ihre Produktion aufnehme. Verbunden damit wird ein Zuwachs an Mitarbeitern von heute 60 auf künftig 70 sein. Angefangen hat die Prignitzer Chemie, die aus der Tallölanlage der Wittenberger Zellstoff- und Zellwollewerker hervorging, nach der Wende mit 27 Beschäftigten.

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