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Lokales

23. August 2017 | 16:07 Uhr

"Wittenberge ist keine Verliererstadt"

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Wittenberge | Ins Jahnschulviertel führte Petra Lüdtke vom Wittenberger Bauamt am Sonnabend die Gäste aus Primasens und Vertreter des Forschungsprojektes "Social Capital im Umbruch europäischer Gesellschaften". Und der Ort war gut gewählt, nicht nur, weil er Sanierungsgebiet der Stadt ist, sondern weil sich hier die unterschiedlichsten Bauformen vom Jugendstil bis zur Sachlichkeit der 30er Jahre verbinden, wie Lüdtke betonte. Heute stehen hier schmuck restaurierte Häuser neben leerstehenden, sieht man farbenfrohe Fassaden neben grauen, deren Fenster und Türen zugenagelt sind. Denn dieses Viertel gehört zu denen mit den höchsten Restitionsansprüchen. Viele konnten erst zwischen 2005 und 2007 geklärt werden, so die Baufachfrau. Am Beispiel des Engagements der Arbeiterwohlfahrt zeigte Petra Lüdtke auf, wie Häuserblocks wieder hergerichtet werden, darin Wohnungen für ältere Bürger entstehen. Ebenso ziehe es aber auch junge Familien in das Viertel, seien sanierte Wohnungen begehrt.

Begeistert von dem Viertel, von der erhaltenen Altbausubstanz zeigten sich Helga Kerr, Beigeordnete der Stadt Pirmasens und zuständig für den kommunalen Wohnungsbau, sowie Jörg Bauer, zuständig für Stadtentwicklung in Pirmasens. Die Pirmasenser Innenstadt sei nach dem 2. Weltkrieg zu 85 Prozent zerstört gewesen. "Es mussten schnell Wohnblocks hochgezogen werden, wurden viele bauliche Sünden begangen", erklärte Helga Kerr gegenüber dem "Prignitzer". Sie zeigte sich aber auch angetan von der baulich großzügige Stadtgestaltung, den breiten Straßen und Gehwegen, dem vielen Grün. "Ich habe den Eindruck von einer heiteren Beschaulichkeit".

Die Großzügigkeit der Innenstadtgestaltung, ganz wesentlich geprägt vom damaligen Stadtbaurat Friede Everhard Bruns, beeindruckte auch Jörg Bauer. "Bei uns tun wir uns in der Innenstadt sehr schwer schon durch die extremen Höhenunterschiede. " Das zwinge dazu, bei Sanierungen nicht nur die Fassaden herzurichten, sondern die gesamten Grundstücke, denn "man kann vielfach auch auf die Hinterhöfe schauen", so Bauer. Gleichzeitig sei die Pirmasenser Innenstadt mehr vom Verkehr geprägt. "Sie haben ein qualitativ hochwertiges Wohnumfeld".

Und Helga Kerr argumentierte, "in Wittenberge gibt es so viele Leuchtpunkte, man muss den Leuten nur das richtige Anschauen beibringen". So, wie man ja auch beim Besuch einer Galerie entsprechende Hilfe benötige. "Eine Verliererstadt ist Wittenberge ganz und gar nicht", bemerkte die Pirmasenser Beigeordnete im Bezug auf den Artikel in der "Zeit" zu Ergebnissen des oben erwähnten Forschungsprojektes, das sich mit gesellschaftlichen Umbrüchen und Entwicklungen sowohl mit Wittenberge als auch in Pirmasens beschäftigt.

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erstellt am 15.Sep.2010 | 06:51 Uhr

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