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Wismar : Wirtschaftsverband beklagt Fachlehrer-Mangel

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Der Wirtschaftsverband Handwerk MV hat den sich ausweitenden Lehrermangel an Berufsschulen kritisiert. Dadurch würde ein gesamtwirtschaftlicher Schaden verursacht.

svz.de von
erstellt am 15.Nov.2011 | 10:03 Uhr

Der Wirtschaftsverband Handwerk MV mit Sitz in Wismar hat den sich ausweitenden Lehrermangel an Berufsschulen kritisiert. Dadurch würde die Unternehmensentwicklung beeinträchtigt und somit ein gesamtwirtschaftlicher Schaden verursacht, beklagt der Wirtschaftsverband. Desssen Präsident Michael Roolf fordert, dass der beruflichen Bildung grundsätzlich mehr Bedeutung im Hinblick auf den Wirtschaftsstandort MV zukommen muss.

"Das Land muss endlich Geld in die Hand nehmen und sich für die Lehrerinnen und Lehrer im Land stark machen", forderte Michael Roolf in Wismar. "Wir brauchen ein Lehrerentwicklungskonzept und eine Neubewertung der beruflichen Bildung im Land. Es müssen sofortige Maßnahmen eingeleitet werden, um eine qualitative und quantitative Unterrichtsversorgung nachhaltig zu sichern. Zusätzlich zu der Lehrerausbildung müssen attraktive Quereinsteigerprogramme installiert werden, um kurzfristig die Unterrichtsversorgung an den Berufsschulen zu sichern", so Roolf weiter.

In den vergangenen fünf Jahren habe das Land den Anteil der Lehrkörper in der Altersgruppe unter 35 Jahren an den beruflichen Schulen konstant unter fünf Prozent gehalten und wichtige Studienrichtungen abgeschafft. Dabei sei anhand der demografischen Daten der Lehrermangel seit vielen Jahren absehbar, kritisiert der Wirtschaftsverband Handwerk MV. Nach dessen Auffassung kann eine hochwertige Ausbildung den Trend der Abwanderung bremsen und junge Menschen aus anderen Bundesländern nach MV führen.

Einen Lehrermangel an Berufsschulen beklagt auch die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Annett Lindner. "Es gibt ein Problem in der Versorgung, weil das Land Stellen nicht nach Bedarf, sondern nach Haushaltslage besetzt. Gerade im fachspezifischen Unterricht fehlen Lehrer an Berufsschulen", verdeutlicht Lindner. Nach Angaben der GEW-Landesvorsitzenden werden mitunter Klassen zusammen gelegt. Dies würde jedoch nicht als Unterrichtsausfall registriert. Lindner warnt davor, dass Arbeitgeber ihre Lehrlinge in anderen Bundesländern ausbilden lassen könnten.

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