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Unternehmen kündigen Investitionen im Landkreis an : Wirtschaft in Wittenburg startet durch

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Nicht nur Bürgermeister Norbert Hebinck war am Dienstag die ehrliche Freude über den Baustart für die Firma "Willy Benecke" anzumerken. Würden doch nun Jahre der Stagnation bei den Ansiedlungen überwunden sein.

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erstellt am 05.Jul.2011 | 08:12 Uhr

Wittenburg | Nicht nur Bürgermeister Norbert Hebinck war gestern die ehrliche Freude über den Baustart für die Firma "Willy Benecke" anzumerken. Würden doch nun Jahre der Stagnation bei den Ansiedlungen überwunden sein. Und die Hamburger, die sich mit ihrem neuen Wittenburger Schwesterunternehmen "SprayCom GmbH" faktisch verdoppeln werden, markieren nur den Beginn eines kompletten Umbruchs am Südring. Über allem steht dabei Dr. Oetker, das Riesenunternehmen mit derzeit wohl gut 900 Beschäftigten in Wittenburg bekommt mehr Platz zur eigenen Ausdehnung. "EMH" räumt das Feld und wird ab Freitag im Megapark eine neue Fabrik hochziehen, die im Januar fertig sein soll. Sprehe-Feinkost zieht mit seiner Fertigung um und wird am Südring neu bauen. Die Pizzafabrik von Dr. Oetker wird im Gegenzug viel Platz für eine weitere Expansion entlang des Südring bis einschließlich das Parkplatzes bekommen. Ein erster Ausbauschritt, die Rede ist von einem neuen Lager, soll von Oetker bereits angekündigt worden sein. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür nicht. Die gibt es jedoch von der Firma Stern Maid, die noch im August mit dem bereits angekündigten deutlichen Ausbau ihrer Produktionsstätte beginnen will.

Bei allen Ansiedlungen hat Wittenburgs Lage an der Autobahn und in der Nähe Hamburgs auch eine wichtige Rolle gespielt. Das gilt auch für die beiden Investoren Thorsten und Soeren Hauser von der Firma Will Benecke. Sie wollen in Hamburg aus dem Saft der getrockneten Akazien ab Frühjahr 2012 ein weißes Pulver herstellen, dass in der Ernährungsindustrie dringend benötigt wird. Investiert werden bis zu 7 Millionen Euro. Das wird vom Land mit einem Fördersatz von 45 Prozent unterstützt. Daraus ergibt sich eine Gesamtförderung von 3,2 Millionen Euro. Abzüglich der Investitionszulage bleibt ein GRW-Zuschuss von ca. zwei Millionen Euro übrig, das entspricht einem Fördersatz von 28,8 Prozent. Logisch, dass bei derartiger Förderung den Investoren die Entscheidung für Wittenburg leichter fiel. Doch entscheidend seien eher die Lage Wittenburgs und auch die schnellen Entscheidungswege der örtlichen Behörden gewesen. Die neue Firma kommt als Zulieferer der Ernährungsindustrie in den süßesten Landkreis Mecklenburg-Vorpommerns. Mit dem "Gummi arabicum", dem getrockneten Harz afrikanischer Akazienbäume, will die Firma durchaus auch Kunden in der Region finden. Bisher lag die Verarbeitung des naturbelassenen Rohstoffes in Fremdhänden, jetzt nimmt "Willy Benecke" die Produktion in die eigene Hände. Der Rohstoff wird, natürlich, über den Hamburger Hafen geliefert. Und Wittenburg liegt in Reichweite dieses Hafens.

Unterstützer für die Ansiedlung gab es viele, neben der Stadt und ihrem Bürgermeister hing sich vor allem die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises rein und am Ende gab es auch die nötige Unterstützung vom Land. In Vertretung des Wirtschaftsministers Jürgen Seidel war gestern Staatssekretär Rüdiger Möller nach Wittenburg gekommen. Er hieß die Gäste aus Hamburg genauso willkommen wie Landrat Rolf Christiansen. Der erinnerte an die nun mögliche Aufnahme des Landkreises in die Metropolregion Hamburg. Dafür sei man früher einmal belächelt worden, jetzt habe man auch die Landräte der benachbarten Landkreise überzeugt, dass es richtig sei, die Mecklenburger dabeizuhaben. Und die erfolgreiche Ansiedlungspolitik der vergangenen Jahre im Landkreis beweise es, dass Unternehmen zumindest einen Teil des Kreises zur Hamburger Region zählen würden.


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