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Lokales

19. September 2017 | 15:41 Uhr

Wirtschaft baut auf Architektur

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erstellt am 28.Okt.2010 | 07:57 Uhr

Zarrentin | Makellos, außergewöhnlich, vorbildlich: Die Jury fand gestern deutliche Lobesworte bei der Vergabe des Landesbaupreises 2010. Beim Neubau des Druck- & und MedienCenters der optimal media production in Röbel (Müritzkreis) begeisterte die Fachleute vor allem das gute Zusammenspiel von betrieblicher Funktion und Architektur. Dafür gab es den Hauptpreis in der Kategorie "Bausumme über 500 000 Euro". In der Kategorie bis 500 000 Euro wurde die Bauleistung beim Haus Lambrecht in Zingst (Nordvorpommern) ausgezeichnet. "Beide Projekte stehen für sehr anspruchsvolle Architektur und Alltagstauglichkeit gleichermaßen", sagte Bauminister Volker Schlotmann (SPD) bei der Preisverleihung in Zarrentin (Kreis Ludwigslust).

Perfekte Zusammenarbeit

"Die Auszeichnung mit dem Landesbaupreis ist eine hohe Wertschätzung für uns", sagte Jörg Hahn, Geschäftsführer des CD-Werks. "Wir haben uns bewusst für moderne und außergewöhnliche Architektur entschieden." Die Zusammenarbeit des Bauherren mit den Architekten Moritz Müller und Ulrich Vollborn aus Hamburg sowie dem Ingenierbüro Fischer + Fischer aus Röbel sei perfekt gewesen, meinte der Geschäftsführer. Bauherr und Architekten kennen sich schon länger: Das Röbeler CD-Werk ist in den vergangenen 20 Jahren stetig gewachsen. Aus ursprünglich zwölf sind inzwischen mehr als 600 Mitarbeiter geworden. Erfreulich sei auch, so Hahn, dass diesmal ein privater Unternehmensbau den Preis in der Kategorie "Bausumme über 500 000 Euro" erhalten habe. Der war in der Vergangenheit in der Regel für öffentliche Bauten vergeben worden.

Mut und Innovation zahlten sich aus

Ein Zeichen setzte die Jury auch beim Preis für das Haus Lambrecht in Zingst. Der Rostocker Architekt Heiko Kastl musste für den Bau eines Wohnhauses mit Steuerkanzlei eine Lösung für ein extrem schmales und langes Grundstück finden. Das Haus sollte modernen Anforderungen entsprechen und sich trotzdem in die traditionell gewachsene umliegende Bebauung einfügen. Aus Sicht der Fachleute hat Kastl die Aufgabe sehr geschickt gelöst (siehe Kasten). Vor Ort hatte der Bau jedoch auch eine kritische Architekturdiskussion zwischen Begeisterung und Kopfschütteln ausgelöst, wie Kastl berichtet. Nun haben sich Mut und Innovation bei der Preisverleihung ausgezahlt.

Der Vorsitzende des Preisgerichts, Prof. Hans Günther Burkhardt, hob hervor, dass bei den Bewerbern weniger Modisches, sondern mehr "sorgfältige Auseinandersetzung mit Nutzungsansprüchen und örtlicher Situation" in den Vordergrund getreten seien. "Das Land kann durch Bauen nicht nur schöner werden, sondern auch reicher an sozialen Interaktionsangeboten." Auch das sei die Botschaft, die vom Landesbaupreis ausgeht. Sonderpreise gab es deshalb für die Sanierung des Goldenen Saals im Neustädtischen Palais in Schwerin und die Wiederherstellung des südlichen Schlossparks in der Landeshauptstadt. Beide Arbeiten hätten über das Land hinaus Bedeutung und würden gleichzeitig einen großen Beitrag für das örtliche gesellschaftliche Leben leisten, sagte Burkhardt.

Ausstellung im Kloster Zarrentin

Neben den Preisen gab es auch Belobigungen. Sie gingen an das Ozeaneum in Stralsund, die Rathäuser Malchow (Müritzkreis) und Lübz (Parchim) sowie das Kolumbarium zur Aufbewahrung von Urnen auf dem neuen Friedhof in Rostock. Anerkennungen gab es für den Stadthafen Malchow, ein Wohnhaus in der Wuppertaler Straße in Schwerin, den Marktplatz Neubrandenburg, den Besucherpavillon der Gertrudenkapelle in Güstrow und die Ferienresidenz in Wieck auf dem Darß.

Der Landesbaupreis wird alle zwei Jahre durch das Ministerium für Verkehr, Bau und Landesentwicklung, die Architektenkammer und die Ingenieurkammer Mecklenburg-Vorpommern für besonders gelungene Bauwerke und eine herausragende Baukultur vergeben. Gestern wurde er zum siebten Mal verliehen. In die Wertung kamen Bauten, die zwischen 2006 und 2009 fertiggestellt wurden. Alle prämierten Beispiele sind nun vier Wochen lang in einer Ausstellung im Kreuzgang des Klosters Zarrentin zu sehen.

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