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Kathleen Knaute und Marie-Theres Antrack : "Wir sind die Tussis am Strand"

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Sie sind eines der schönsten Beachvolleyball-Duos, das die Landesmeisterschaftsserie in MVs derzeit zu bieten hat - und eines der erfolgreichsten noch dazu. Die Rostockerinnen Kathleen Knaute und Marie-Theres Antrack.

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erstellt am 14.Jun.2011 | 12:06 Uhr

Rostock | Sie sind eines der schönsten Beachvolleyball-Duos, das die Landesmeisterschaftsserie in Mecklenburg-Vorpommerns derzeit zu bieten hat - und eines der erfolgreichsten noch dazu. Die Rostockerinnen Kathleen Knaute (26) und Marie-Theres Antrack (22) haben in Warnemünde zum Auftakt der Ranglistenturniere Platz vier belegt. NNN-Mitarbeiterin Karen Hacke sprach mit den beiden jungen Frauen vom SV Warnemünde über ihre Volleyball-Laufbahn, über Glätteisen auf dem Zeltplatz sowie über den Einfluss von Mila Superstar und musste dabei viel mit den Lehramtsstudentinnen lachen.

Ihr seid in der Halle beide für den SV Warnemünde in der Regionalliga am Ball. Wie habt ihr als Strand-Team zueinander gefunden?

Kathleen Knaute: Das war mehr oder weniger zufällig. In unserer Mannschaft beachen im Sommer eigentlich alle. Und da schon jeder einen Partner hatte, waren nur noch wir übrig.

Marie-Theres Antrack: Bei unserem Debüt vergangenes Jahr in Greifswald lief es dann auch gleich super. Wir ergänzen uns prima.

Welchen Schwächen müsst ihr denn jeweils ausgleichen?

Theres: Kathi ist die Schnellere von uns beiden und spielt deswegen Abwehr.

Kathleen: Und Theres ist mit 1,86 Meter noch sieben Zentimeter größer als ich. Sie geht blocken und haut die Dinger rein. Wenn die Gegner nicht so stark sind, wechseln wir auch mal.

Wie seid ihr überhaupt zum Volleyball gekommen?

Theres: In meiner Familie spielen eigentlich alle Volleyball außer meine Mutti. Mein Papa hat mich immer mit in die Turnhalle genommen. Als ich zehn Jahre alt war, fing ich dann selbst an beim 1. VC Parchim.

Kathleen: Ich war ungefähr genauso alt. Ich fand die Trickfilm-Serie um Volleyballerin Mila Superstar so toll und habe das mit meiner Freundin im Sandkasten immer nachgestellt. Eine war der Trainer und eine war Mila. Meine Mutter konnte das nicht mehr mit ansehen und hat mich bei Eintracht Mahlsdorf (in Berlin - d. Red.) angemeldet.

Und wie ging es dann weiter?

Kathleen: In Berlin habe ich mehrfach den Verein gewechselt und verschiedene Ligen bis hin zur Berlin-Liga gespielt. Als ich fürs Studium nach Rostock ging, landete ich schließlich beim SV Warnemünde.

Theres:Ich blieb bis zur sechsten Klasse in Parchim. Dann ging ich aufs Sportinternat in Schwerin. Als ich 14 war, gehörte ich zum ersten Mal zum Zweitliga-Team. Zwei Jahre später war ich dort Stammspielerin. Außerdem war ich für einige Länderduelle Mitglied der Jugend- und Junioren-Nationalmannschaft an. Mit 18 habe ich einen Vertrag beim Schweriner SC für die 1. Liga unterschrieben. Aber noch bevor es losging, verletzte ich mich am Knie. Im Abi-Jahr wurde mir alles zu stressig und ich entschied, in Warnemünde zu spielen.

Hast du das nie bereut? Gerade jetzt, wo der Schweriner SC wieder Deutscher Meister wurde?

Theres: Nein, ich weiß, dass mir das alles über den Kopf gewachsen wäre: Abi und Training. Die Schule war mir wichtiger.

Beim Beachvolleyball ist vor allem zur Freude der Zuschauer immer viel Haut zu sehen. Stört euch das?

Kathleen: Uns macht das nichts aus. Es kommt ja niemand zum Gaffen. Wir haben da eher ein anderes Problem.

Theres (lacht): Wir hoffen, dass wir nach einem Turnier so wenig Abdruck von der Sonne haben wie möglich. Bei unseren Tops bleiben ja immer so blöde weiße Stellen.

Die kann man aber ja nicht verhindern, wenn die Sonne scheint. Außer, ihr spielt nackig. Wie werdet ihr die Stellen wieder los?

Theres: Im Winter gehen wir immer schon ins Solarium für eine gewisse Vorbräune.

Kathleen: Und im Sommer legen wir uns heimlich an den FKK-Strand, wo uns keiner kennt.

Theres: Auf die weißen Stellen kommt dann noch Bräunungsbeschleuniger.

Dann ist euch euer Äußeres also auch beim Volleyball ziemlich wichtig?

Theres: Ich sage immer: Wenn wir schon nicht gut spielen, müssen wir wenigstens gut aussehen. Weil mir aber die Schminke beim Schwitzen in den Augen brennt, will ich mir jetzt angewöhnen, darauf zu verzichten.

Kathleen: Unter unseren Freunden haben wir auch schon einen gewissen Ruf weg.

Welchen denn?

Kathleen: Wir sind wohl so was wie die "Tussis" am Strand. Bei Turnieren, wo wir im Zelt übernachten müssen, haben wir trotzdem unsere Gesichtscreme dabei. Wir waschen unsere Haare in der Ostsee mit Shampoo und Spülung.

Theres: (lacht schon wieder): Ich habe auch schon mal den Stecker vom Kühlschrank im Bierzelt gezogen, um mein Glätteisen für die Haare da reinzustecken und zu benutzen.

Habt ihr denn auch noch andere Hobbys?

Theres: Wir gehen gerne shoppen.

Sucht ihr euch auch eure Outfits für die Beachvolleyball-Turniere zusammen aus?

Kathleen: Ja. Zum Glück haben wir da denselben Geschmack.

Theres: Wir mögen pink, lila und blau. Insgesamt haben wir so vier verschiedene Tops und zwei Höschen zur Auswahl.

Kathleen: Da kommt jetzt aber noch mehr dazu. Denn seit neuestem haben wir mit "Oakley" einen Ausrüster gefunden, der uns unterstützt.

Was habt ihr euch für die Landesmeisterschaft vorgenommen?

Theres: Eigentlich wollten wir den Titel holen.

Kathleen: Aber das wird schwerer, als wir zunächst dachten. Denn in diesem Jahr gibt es zum Beispiel in Berlin keine Beach-Serie und bei uns werden wieder DVV-Punkte vergeben, die man benötigt, um höherklassig spielen zu dürfen. Deswegen haben in dieser Saison viele gute Teams gemeldet. Zuviele.

Wollt ihr irgendwann auch mal etwas höherklassiger spielen als nur auf Landesebene?

Theres: Das würden wir gern probieren.

Kathleen: Wenn wir trainieren gehen, bedeutet das jedoch, dass wir uns mit anderen zum Spielen treffen. Da guckt niemand auf die Technik. Das ist in den anderen Bundesländern ganz anders.

Theres: Deswegen hätten wir auf nationaler Ebene wohl keine Chance. Dazu würden hier richtige Coaches fehlen.

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