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Lokales

23. November 2017 | 08:45 Uhr

Winterdienst fehlt Geld und Personal

vom

svz.de von
erstellt am 01.Okt.2010 | 08:23 Uhr

Schwerin | Eine so lange und harte Frostperiode wie zu Beginn dieses Jahres auch im letzten Quartal 2010 würde den Winterdienst der Landeshauptstadt vor erhebliche Probleme stellen. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Oberbürgermeisterin hervor. Denn von den insgesamt für dieses Jahr zur Verfügung stehenden 623 000 Euro, die die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin (SDS) für die Beräumung von rund 350 Kilometer Straße, rund 150 000 Quadratmeter öffentlicher Gehwegsfläche sowie 247 Haltestellenbereiche des Nahverkehrs in Eigenleistung oder als Auftragsvergabe an Fremdfirmen ausgeben dürfen, ist nur noch wenig übrig. 551 000 Euro hat der Dauerfrost in den ersten drei Monaten des Jahres verschlungen. Somit stehen für den Winterdienst im November und Dezember gerade einmal noch 72 000 Euro zur Verfügung. Eine Gebührenerhöhung vom Jahr 2012 an ist bereits im Gespräch.

Auch die personelle Belastung kann sich der Sachstandsanalyse zufolge noch nicht entspannen. Zwar habe sich mit der Übernahme von zwei Jungfacharbeitern die Belastung von 45 auf 42 Wochenarbeitsstunden der 21 SDS-Winterdienstler verringert. Doch es würden auch wieder Stellen durch Alters teilzeit unbesetzt.

Eine Verbesserung scheitert jedoch an der Finanzlage der Stadt. Jede weitere Arbeitskraft, die über ein Jahr beschäftigt werden müsste, kostet rund 55 000 Euro pro Jahr. Würden fremd vergebene Leistungen - in diesem Bereich hatte es im vergangenen Winter die meisten Probleme gegeben - von der SDS selbst erfüllt werden, stünden mindestens zusätzliche Ausgaben in Höhe von 550 000 Euro an. Das wären zehn Arbeitskräfte plus Aufwendungen für Arbeitsmittel und Unterbringung. Das Fazit von Oberbürgermeisterin Gramkow: "Die permanente Personalunterdeckung kann nur durch kostengünstige Fremdvergabe der Leistungen rationell ausgeglichen werden."

Genau das soll jetzt passieren. Statt nur eine Fremdfirma für die Beräumung von 90 Prozent der Gehwegsflächen - den Rest übernimmt die SDS selbst - zu beauftragen, sollen es künftig drei sein. Der bisherige Dreijahres-Vertrag ist ausgelaufen. Im Oktober erfolgt die Neuausschreibung der gesamten Winterdienstleistungen.

Und den Auftragsfirmen soll künftig genauer auf die Finger geschaut werden. Wurde die Leistungsbereitschaft bislang nur alle drei Jahre kontrolliert und jährlich deren Technik, soll nun immer im November eine Detailprüfung erfolgen. Dazu sei eine Checkliste erarbeitet worden.

Vorbereitet ist trotz aller Widrigkeiten die SDS dennoch auf den Winter. Das Team sei motiviert, 150 Tonnen Salz und 400 Tonnen Trockenkies lagern bereits in den Hallen und Silos. Für Blitzeis steht eine Reserve zur Verfügung.

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