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Lokales

13. Dezember 2017 | 23:38 Uhr

Windmüller bekommen Auftrieb

vom

svz.de von
erstellt am 20.Jun.2011 | 06:15 Uhr

Rostock | Die Rostocker Eno Energy GmbH will sich mit einer Unternehmensanleihe bis zu 25 Millionen Euro verschaffen. "Wir brauchen Liquidität zur Abarbeitung der Aufträge", sagt Geschäftsführer Karsten Porm. In den kommenden Jahren plant seine Firma Land-Windparks mit einer Gesamtleistung von rund 400 Megawatt. Sie sollen vor allem in Deutschland, Frankreich und Schweden entstehen. In diesen Ländern hat das Unternehmen einen ständigen Sitz.

Die Anleihe soll eine Laufzeit von fünf Jahren haben und den Geldgebern 7,375 Prozent Zinsen pro Jahr einbringen. Die Mindestzeichnungssumme beträgt 1000 Euro. Von der Creditreform Rating AG wurde die Unternehmens-Bonität mit BB+ eingestuft - die Anlage ist also relativ sicher, aber dennoch spekulativ. "Ich bin Windmüller, da zählen nur zwei Sachen: Projekte und Politik", sagt Porm. Die Projekte seien in den nächsten vier, fünf Jahren gesichert. Und auch die politischen Rahmenbedingungen stimmten. Unter anderem werde gerade das Erneuerbaren Energiengesetz überarbeitet, am 8. Juli soll der Bundestag darüber abstimmen. Den Windmüllern komme dabei der geplante Atomausstieg zugute - nicht nur beim Rückhalt durch die Politiker, sondern auch der Bevölkerung, so Porm: "Man merkt, dass die Akzeptanz bei einzelnen Windparks vor Ort positiver wird - irgendwo muss der Strom ja herkommen." Dass niemand direkt neben einem Windrad wohnen wolle, sei aber auch verständlich. Dennoch wachse die Energieerzeugung aus Windkraft in Deutschland jedes Jahr relativ konstant um 2000 Megawatt. "Das ist für uns positiv", sagt Porm.

Derzeit befindet sich sein Unternehmen im Aufwind. Aktuell beschäftigt Porm 75 Mitarbeiter in sämtlichen Bereichen der Windindustrie: Planung, Projektentwicklung, Errichtung, Be- und Vertrieb, Betriebsführung und Finanzierung. Kaum ein anderes Unternehmen decke ein vergleichbares Spektrum ab, so Porm. 2010 betrug der Konzernumsatz 51,3 Millionen Euro - vor allem dank dem Geschäftskonzept, schlüsselfertige Windparks mit Anlagen aus der eigenen Produktion zu errichten und anschließend an einen Betreiber zu verkaufen. "Ich suche momentan Leute, bis Jahresende sollen es mindestens 90 sein", sagt der Geschäftsführer. Schon jetzt gehöre Eno Energy zu den Top Ten unter den rund 90 deutschen Projektentwicklern. Um noch weiter aufzurücken benötigt die Firma nun frisches Kapital. "Ich brauche eine Mischform der Finanzierung", sagt Porm. Die bestehe aus den erzielten Gewinnen, die in das Unternehmen gesteckt würden, aus Bankkrediten und eben aus der geplanten Unternehmensanleihe.

Letztere seien momentan sehr beliebt. "Die Leute geben ihr Geld lieber Unternehmen als Banken", so Porm. Das sei eine relativ sichere Anlage nach der Krise. Besonders von institutionellen Anlegern gebe es eine sehr positive Resonanz auf das aktuelle Angebot. Voraussichtlich ab Ende Juni werden die Inhaberschuldverschreibungen in das Handelssegment "mittelstandsmarkt" der Börse Düsseldorf einbezogen. Das Segment wurde speziell für Mittelstandsanleihen konzipiert.

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