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Lokales

20. August 2017 | 10:08 Uhr

Wilsnacker Netto droht früh das Aus

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Bad Wilsnack | So nah waren die Wilsnacker ihrem Wunsch nach einem zweiten Supermarkt noch nie, doch nun droht das Projekt zu scheitern. Grund ist ein ausstehender Grundstückserwerb.

In der Wittenberger Straße 31 möchte die SÖT-Projektentwicklung GmbH einen Discounter errichten. "Mit der Firma Netto sind wir uns einig geworden, wir konnten sie von der Stadt und dem Standort überzeugen", sagt SÖT-Geschäftsführer Frank Wichmann. Das sei für eine Innenstadtlage gar nicht einfach gewesen.

Aber auf genau diese bestand die Stadt und lehnte den ursprünglichen Standort am Ortseingangsbereich aus Kublank kommend ab. "Seit Anfang der 90er Jahre wollen wir die Kurstadt in ihrem Kern erhalten und mit einem Vollversorger sowie sozialem Wohnungsbau im Innenraum ist uns das gelungen, so Bürgermeister Dietrich Gappa. Ein zweiter Markt wäre ideal und entspreche dem Wunsch der Wilsnacker.

"Akzeptiert, mit der Wittenberger Straße 31 haben wir ein adäquates Grundstück gefunden", sagt Wichmann, der nicht ahnen konnte, wie kompliziert die Sache wird.

Im Zuge der Verhandlungen habe sich herausgestellt, dass der Stadt nicht das gesamte Grundstück gehört, sondern nur der vordere Teil direkt an der Straße mit einem Wohnhaus darauf. Laut Beschluss der Stadtverordneten vom 3. Juni 2010 kann dieses an den Investor verkauft werden.

"Platzmäßig brauchen wir aber die gesamte Fläche", erklärt Frank Wichmann und damit begannen die Probleme. Die Eigentumsfrage des dahinter liegenden Grundstücks scheint offen zu sein. Fest steht, dass sich eine Erbengemeinschaft darum bemüht hat - doch vergeblich.

Das geht aus einem Schreiben des Amtes für offene Vermögensfragen vom 23. November 2009 hervor. Darin teilt die Behörde mit, dass sie den Antrag der Erbengemeinschaft auf Übertragung des Grundstücks ablehnt. Als Grund werden fehlende Erbscheine genannt, zitiert Gappa aus dem Schreiben.

Bereits am 10. September 1990 habe die Erbengemeinschaft ihren Antrag auf Rückgabe gestellt. Aber elf behördliche Schreiben mit der Aufforderung, einen Nachweis der Rechtsnachfolge vorzulegen, seien unbeantwortet geblieben, zitiert Gappa weiter und kommentiert: "Das ist schon seltsam."

Als seltsam bezeichnet Investor Frank Wichmann auch die Entscheidung des Landkreises Prignitz, den Berliner Rechtsanwalt Paul-Michael Spielhagen als gesetzlichen Vertreter bestellt zu haben. Besonders pikant: Der gleiche Name taucht auf der Namensliste der Erben auf. Purer Zufall? Ein anderer Paul-Michael Spielhagen? Stadt und Investor tappen im Dunkeln, befürchten ein Scheitern des Projektes. Heute will Gappa auf der Stadtverordnetenversammlung über den aktuellen Stand informieren.

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erstellt am 07.Sep.2010 | 08:01 Uhr

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