Offensichtlicher Wilderer schoss zwei Hirsche : Wilddiebe in der Forst

Wilderer schoss zwei Hirsche, wurde erwischt, warf die Tiere auf die Straße und türmte. privat
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Wilderer schoss zwei Hirsche, wurde erwischt, warf die Tiere auf die Straße und türmte. privat

Immer eine besonders pikante Sache, wenn der Gärtner zum Bock wird und ausgerechnet ein Jägersmann als mutmaßlicher Wilderer von einem anderen Grünrock bei seinem schändlichen Tun erwischt wird.

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19. Mai 2011, 12:12 Uhr

Conow/Grabow | Immer eine besonders pikante Sache, wenn der Gärtner zum Bock wird und ausgerechnet ein Jägersmann als mutmaßlicher Wilderer von einem anderen Grünrock bei seinem schändlichen Tun erwischt wird. So geschehen am 11. Mai gegen 23.20 Uhr im Conower Forst.

"Ich saß mit einem anderen Jagdkollegen gerade auf Sauen vor einem Maisschlag, als mein Compagnon mir eine SMS schickte, dass sich ein verdächtiger Pkw mit Hänger durch das Revier bewege. Also habe ich meine Jagd abgebrochen und bin hinterher gefahren. Kurz vor Grittel habe ich ihn dann erwischt. Er stand am Straßenrand. Offensichtlich sprang sein Auto nicht mehr an", erinnert sich Dirk Poltier. Der 50-Jährige ist nicht nur Vorsitzender der Hegegemeinschaft Wanzeberg sondern auch Jagdpächter. Vorrangig um Rot- und Schwarzwild kümmert sich der Grabower mit seinen Waidgenossen.

"Der Mann stellte sich so vor meine Seitenscheibe, dass ich nichts sehen konnte. Offensichtlich wollte er etwas verbergen. Also stieg ich aus und leuchtete mit einer Taschenlampe auf seinen Hänger. Dort lagen zwei Stück Rotwild, männlich und weiblich. Mit insgesamt drei Einschüssen. Mir verschlug es fast die Sprache, denn vom 10. Januar bis zum 1. Juni eines jeden Jahres genießen die Hirsche Schonzeit. Das weiß jeder Jäger und richtet sich danach", berichtet Poltier, der seit 1976 der grünen Zunft angehört. Der betreffene Jäger sei ihm namentlich bekannt. Da für ihn der Verdacht einer Straftat nahelag, habe er die Polizei verständigt. "Da wurde der Ertappte fast panisch und wollte so schnell wie möglich weg. Er versuchte sein Auto zu starten. Als das endlich gelang, sprang er nochmals raus und riss die beiden toten Tiere vom Hänger und warf sie einfach auf die Straße. Dann flüchtete er noch vor dem Eintreffen der Beamten." Nun ermittle die Polizei wegen des Verdachtes der Wilddieberei.

Das bestätigte gestern auch Klaus Wiechmann, Pressesprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust, auf SVZ-Anfrage. Es gäbe einen berechtigten Anfangsverdacht gegen einen 47-Jährigen aus der Region , der keinen Begehungssschein für das Revier habe. "Es wurde durch die Beamten eine Anzeige aufgenommen. Die Kripo befragt derzeit Zeugen und demnächst auch den Verdächtigen selbst zu den Vorgängen in jener Nacht." Jagdpächter Dirk Poltier kann im Übrigen nicht verstehen, warum jemand, der seiner Zunft angehöre, plötzlich zu wildern beginne.

"Für mich ist das eine Tat aus reiner Geldgier, die solche Menschen antreibt. Denn zur Zeit ist Hirschfleisch durchaus knapp auf dem Markt. Doch das entschuldigt nicht diesen Frevel, der ein schlechtes Bild auf die gesamte Jägerschaft wirft", erbost sich Poltier, der so etwas in seiner gesamten Laufbahn als Jäger noch nicht erlebt habe.

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