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Stadtjäger gibt Tipps zur Abwehr von Stadtwild : Wild richtet viel Schaden an

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Die Grillzeit lockt die Wildschweine in Schwerins Gartenkolonien. Ein reichhaltiges Nahrungsangebot und behagliche Schlafmöglichkeiten machen Gebiete der Landeshauptstadt oft attraktiver für Wildtiere als Wald und Flur.

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erstellt am 04.Jul.2011 | 08:03 Uhr

Schwerin | Die Grillzeit lockt die Wildschweine in Schwerins Gartenkolonien. Auch Fuchs und Hase sagen sich gern in Einfamilienhaussiedlungen gute Nacht. Ein reichhaltiges Nahrungsangebot und behagliche Schlafmöglichkeiten machen Gebiete der Landeshauptstadt wie den Mühlenscharrn oder die Krösnitzhalbinsel oft attraktiver für Wildtiere als Wald und Flur. Während sich vor allem Kinder über die scheuen Besucher freuen, ärgert es Eltern und Erwachsene meist, wenn sich Wild durch den sonst so gepflegten Garten buddelt und frisst.

"Rehe richten durch Verbiss viel Schaden an", sagt Schwerins Kreisjägermeister Hans Hovemann. Nicht selten werde er auch in Gärten gerufen, in denen der Bock durch das Fegen seines Geweihs an zum Teil teuren Zierbäumen große Rindenstücke abgerieben hat. "Dort wo keine Zäune stehen wie in Friedrichsthal, geht das Wild wie es möchte ein und aus", sagt der ehrenamtliche Berater der Unteren Jagdbehörde. Keine Zäune, keine Frühblüher - durch spezielle Wildzäune können Rehe aus dem Garten heraus- und davon abgehalten werden, Blumenzwiebeln und Obst zu fressen. "Oft lockt der Gartenbesitzer das Wild auch unbewusst an", sagt Hovemann. Wer in der Grillzeit die Knochen auf den Kompost wirft, lädt die Wildschweine quasi ein. Die Schwarzkittel schieben ihre kräftige Nase in Zaunzwischenräume und stoßen mit ihrem starken Nacken durch die Absperrung durch. "Schon sind sie drin", erklärt der Schweriner Jäger. Das wilde Borstentier sei außerdem ein sehr guter Schwimmer. Zwischen den Inseln Ziegel- und Kaninchenwerder herrsche reger Wildschweinwechsel. Auch auf der Krösnitzhalbinsel erreiche das Borstenvieh manchmal schwimmend die besiedelten Gebiete. Obwohl die Gartenbesitzer dort eher mit Rehwild zu tun haben. "Aber Rehe schwimmen nur unfreiwillig, obwohl auch sie sehr geschickt im Wasser sind", sagt Hovemann.

Er wird auch häufig in Kleingärten gerufen. Besonders nach dem Winter haben sich oft wilde Untermieter in die über die kalten Monate meist verwaisten Schrebergärten einquartiert. Mehrere Laubenpieper hatten sich Hovemann zufolge in einem Frühjahr zum Krach machen verabredet, und so die wilden Nachbarn für einige Zeit vertrieben. "Das war ein Feldversuch", sagt der Jägermeister. Er appelliert vor allem an die Vorstände, die Kleingärten wildsicher zu machen.


So bleibt Wild dem Garten fern

Durch spezielle Wildzäune können Rehe, Kaninchen, Hasen und Füchse aus dem Garten herausgehalten werden. Die Absperrung sollte etwa 30 Zentimeter tief in den Boden eingelassen werden, um das Untergraben zu verhindern, und 1,30 Meter hoch sein. Der Zaun sollte einmal im Jahr auf Löcher überprüft werden. Wer bereits einen Marder auf dem Dach hat, sollte dem Tier nicht mit einer neu gekauften Lebendfalle auf den Pelz rücken. Im Jägerlatein heißt es, eine Marderfalle muss mindestens ein Jahr auf dem Misthaufen gestanden haben und richtig riechen. Erst dann tritt das Tier ohne Argwohn in die Box. Also besser ein Modell von einem Jäger oder Bauern leihen und nach erfolgreichem Fang alle Schlupflöcher im Dach verstopfen.

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