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Lokales

23. Oktober 2017 | 23:05 Uhr

Wiesen und Äcker heiß begehrt

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erstellt am 10.Aug.2010 | 06:59 Uhr

Bützow/Güstrow | Im Landkreis Güstrow sind es vor allem landwirtschaftliche Flächen, die bei Zwangsversteigerungen des Amtsgerichtes Güstrow am schnellsten weggehen. Annamaria Düvel, Direktorin des Amtsgerichtes, bestätigt diesen Trend. "Die Flächen sind am attraktivsten".

Im vergangenen Jahr sind insgesamt 186 Anträge auf Zwangsversteigerungen im Amtsgericht Güstrow eingegangen. Davon sind 99 Verfahren abgeschlossen worden. Bis zum 30. Juni 2010 erreichte das Gericht 93 Anträge von Gläubigern.

Wie viele davon landwirtschaftliche Flächen betreffen, lasse sich allerdings nicht aufschlüsseln, erklärt die Amtsdirektorin.

Das Prozedere einer Zwangsversteigerung: Zunächst wird auf Antrag des Gläubigers, meistens die Bank, ein Gutachten erstellt. Es soll den Wert des "unbeweglichen Gegenstands", wie es im Fachjargon heißt, ermitteln. In einem ersten Termin wird dann das Grundstück nicht unter diesem realem Wert angeboten. Findet sich kein Interessent, kommt es zu einem zweiten Versteigerungstermin. Düvel: "Dann wird das Objekt nicht unter etwa 50 Prozent angeboten." Findet sich immer noch niemand, geht das Objekt bei einem dritten Termin zum Höchstgebot weg.

Dass großflächiges Land bei Bietern begehrt ist, darin sind sich auch das Wirtschaftsministerium sowie die Bodenverwertung und -verwaltungs Gmbh (BVVG), die landesweit landwirtschaftliche Flächen besitzt, einig. "Landwirtschaftliche Flächen sind wie Goldstaub", sagt Marion Zinke, Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums. "Land ist immer eine Wertanlage", stimmt Katrin Kauer mit ein. Die Vorsitzende des Bauernverbandes weiß: Die meisten Landwirte pachten die Fläche, die sie bewirtschaften. Sind die Besitzer zahlungsunfähig und hilft auch kein Zwangsverwalter mehr, wird der Besitz zwangsversteigert. "Einige Pächter werden das Land dann erwerben wollen", ist sie sich sicher.

Andere Interessenten seien beispielsweise Biogasbetreiber oder Betreiber von Windkraftanlagen. "Es gibt eine Regel, die lautet: Kauf bricht nicht Pacht", sagt Kauer. Das heißt, dass der neue Besitzer in den Pachtvertrag einsteigen muss und ihn nicht unter diesen Umständen auflösen darf.

Nicht immer muss es gleich zur Versteigerung kommen, fügt Richterin Annamaria Düvel hinzu. "Im vergangenen Jahr gingen im Amtsgericht Güstrow 78 Anträge auf Zwangsverwaltungsverfahren ein, im ersten Halbjahr diesen Jahres stellten Gläubiger neun Anträge. Dabei verwaltet ein Zwangsverwalter das Objekt, zieht etwaige Mieten oder Pachten ein und sichert die Bewirtschaftung des Objektes.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden 2009 insgesamt 2141 Anträge auf Zwangsversteigerung gestellt. Die Tendenz ist leicht fallend.

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