Wieder Unfall mit Straßenbahn

78 Jahre alter Mann stößt bei dem Versuch die Schienen  zu überqueren mit einer Bahn zusammen. Juliane Hinz
78 Jahre alter Mann stößt bei dem Versuch die Schienen zu überqueren mit einer Bahn zusammen. Juliane Hinz

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12. April 2010, 07:03 Uhr

Steintor-Vorstadt | Schon zum zweiten Mal in einer Woche ist bei einem Unfall in Zusammenhang mit dem öffentlichen Nahverkehr ein Radfahrer verletzt worden. Als ein 78 Jahre alter Mann auf einem Fahrrad gestern die Gleise am Goetheplatz überqueren wollte, prallte er mit einer Straßenbahn zusammen.

Um 9.15 Uhr will der Rentner die Gleise am Goetheplatz in der Nähe einer Haltestelle überqueren. Was er in diesem Moment nicht bemerkt: Eine Straßenbahn nähert sich dem Mann. Sie gibt Warnsignale und versucht zu bremsen. Doch bevor der Radfahrer auf sie aufmerksam wird und halten kann, stößt er zwischen der ersten und zweiten Tür gegen die herannahende Bahn. "Der Rentner erleidet leichte Verletzungen und wurde anschließend in die Chirurgische Universitätsklinik gebracht", sagt Yvonne Burand, Sprecherin der Polizeidirektion Rostock. Der Fahrer und die Insassen der Straßenbahn werden nicht verletzt.

Obwohl sich die Unfälle in den vergangenen Wochen häufen, verzeichnet Jörg Reincke einen Rückgang der Zwischenfälle. "Nach Erhebungen der letzten fünf Jahre, sind die Zahlen stark sinkend", sagt der Betriebsleiter der Rostocker Straßenbahn AG. Im Gegensatz dazu steige die Bereitschaft der Rostocker durch die Hansestadt zu radeln.

Immer wieder kommt es bei leichtsinnigem Verhalten der Radfahrer zu Verkehrsunfällen. So auch am vergangenen Donnerstag, als ein 65 Jahre alter Radfahrer in Reutershagen ebenfalls mit einer Bahn zusammen prallt. Wie der 78-Jährige wollte er die Schienen unachtsam überqueren. "Die Hauptursache für solche Unfälle sind Geisterfahrer", sagt Martin Elshoff, Vorsitzender vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club. Besonders wenn es darum gehe, lange Umwege zu vermeiden, werden die Zweiradfahrer übermütig, so Elshoff. Sie nutzen die falsche Fahrbahnseite, beachten weder Blinkende Autos noch Ampeln und missachten Vorfahrten. "Dabei haben bereits kleinere Zusammenstöße für Radfahrer mit Fahrzeugen meist erhebliche Folgen", sagt Burand.

Aber auch Straßenbahnfahrer tragen bei einem Zusammenstoß oftmals einen seelischen Schaden davon. Häufig leiden die Fahrer unter Schockzuständen. "Die Nachsorge spielt daher bei uns eine wichtige Rolle", sagt Reincke. Sie werden einem Arzt vorgestellt und fahren nach einer längeren Pause die gleiche Unfallsituation mit einem Fahrlehrer noch einmal. In intensiven Nachbesprechungen lernen die Bahnführer, mit der erlebten Situation umzugehen und sich erneut einzugliedern.

Für den Erwerb eines Führerscheins des 30 Tonnenfahrzeuges, absolvieren die Anwärter eine dreiwöchige Theorieschulung. "Anschließend lernen sie fünf bis sechs Wochen im Liniennetz zu fahren", sagt der Betriebsleiter. Nach abgeschlossener Prüfung werden sie weitere zwölf bis 14 Dienste von einem erfahrenen Fahrer begleitet. Hinweis: Das Fahrradforum thematisiert am 29. April um 17 Uhr im Rathaus die Verantwortung von Radfahrern im Straßenverkehr.

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