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Zwei Drittel des Herbstbesatzes verendet : Wieder tote Fische in Karpfenteichen

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Norbert Markwart deutet auf das Ufer des großen Karpfenteiches. Schätzungsweise 50 bis 60 Karpfen kleben mit dem Bauch nach oben am Eis. Sie waren erstickt. Schneefenster und auch Eislöcher halfen da wenig.

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erstellt am 20.Jan.2011 | 10:09 Uhr

Perleberg | Norbert Markwart, seines Zeichens Kreisgewässerwart, deutet auf das Ufer des großen Karpfenteiches. Schätzungsweise 50 bis 60 Karpfen kleben mit dem Bauch nach oben am Eis. Erst im Spätherbst wurden 30 Kilo so genannte zweisömmrige Karpfen eingesetzt wie auch 20 Kilo Schleie. Der Landesanglerverband hatte für den Neubesatz gesorgt, "denn den Winter zuvor hatten die Fische nicht überlebt", fügt Norbert Markwart an. Sie waren erstickt unter der dicken Eisdecke. Schneefenster und auch Eislöcher halfen da wenig. "Die Fische konnten sich nicht in tiefere Gefilde zurückziehen, das Gewässer war größtenteils bis auf den Grund zugefroren."

Inzwischen wurde mit Unterstützung der Stadt im Frühherbst ein Überwinterungsdomizil für die Schuppentiere im größeren der beiden Karpfenteiche geschaffen. An die 20 Meter vom Ufer entfernt wurde mittels Sanieromat eine Rinne geschaffen, 90 Meter lang mal 15 Meter breit - ausreichend, um den Fischen auch bei geschlossener Schnee- und Eisdecke ein Überleben zu sichern. In Ufernähe aber sieht man die silberglänzenden Bäuche unter der Eisdecke. "Etwa Zweidrittel des Herbstbesatzes sind verendet", schätzt Monika Wulf von der unteren Fischereibehörde, die sich gestern vor Ort einen Eindruck verschaffte. Sie sprich von so genannter Ausstickung. "Die Tiere standen in der Rinne, doch die Zeit, um sich zu akklimatisieren war möglicherweise zu kurz", so ihre erste Einschätzung. Dennoch sei die Entscheidung richtig gewesen, im Herbst hier eine relativ kleine Menge Neubesatz einzubringen.

Möglicherweise eine Verknüpfung mehrerer unglücklicher Umstände, davon geht Hans-Dieter Hamann aus. Er betreute im Auftrag der Stadt die Baumaßnahme Karpfenteiche. Außer Zweifel stehe, "es hat nicht an mangelnder Wassertiefe gelegen". Zumal der Pegel, unter anderem durch ergiebige Niederschläge im Herbst, schon vor der Baumaßnahme hoch war und anschließend noch 30 Zentimeter höher. "Damit kommt man auf eine Tiefe, die zwischen 1,30 bis 1,40 Meter liegt. Und durchgefroren war der Teich nicht. Auch der Sauerstoffgehalt war ausreichend." Eine entsprechende Messung wurde nach der Sanierung vorgenommen. Als wahrscheinlicher vermutet er, dass der Besatz zu spät war, der Winter ungewöhnlich früh und gleich so heftig kam, die Tiere sich somit nicht richtig eingewöhnen konnten. "Die Zeit war womöglich zu kurz." Gesicherte Aussagen über die tatsächliche Ursache können aber erst nach eingehender Untersuchung gegeben werden. An Schlittschuhläufern, die die Tiere störten, habe es sicher nicht gelegen. Denn seit Gedenken werde auf den Karpfenteichen diesem Freizeitsport gefrönt.

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