zur Navigation springen
Lokales

17. August 2017 | 15:48 Uhr

Wieder Leben auf Lindengarten-Areal

vom

Weisen | Lange Zeit war es ein Schandfleck, das Grundstück des ehemaligen Lindengartens in Weisen. Dort, wo einst Gastlichkeit herrschte, Besucher gern einkehrten, schon zu Zeiten, als das Haus noch Mertens Restaurant hieß, war alles mehr oder weniger dem Verfall preisgegeben, seit der Lindengarten in den 90er Jahren abgebrannt war.

Mathias Muhs, Zimmerer- und Dachdeckermeister und neuer Besitzer des Grundstückes, hat viele alte Unterlagen darüber. Aus eigenem Erleben kennt der heute 31-Jährige vieles aber nicht mehr. Selbst, als die Gaststätte mit großem Saal Anfang der 90er Jahre als Disko genutzt wurde, "war ich dafür noch zu jung". Gerade dieser Diskobetrieb war es aber, der den Lindengarten zumindest bei den unmittelbaren Nachbarn in nicht mehr so positivem Licht erschienen ließ wegen des nächtlichen Lärms und dem Abfall, den sie am nächsten Morgen in der Umgebung aufsammeln mussten.

Muhs weiß, dass das Terrain zu Lindengartenzeiten eigentlich aus zwei Grundstücken bestand, der hintere Teil mit den Stallungen immer im Mertensschen Besitz geblieben war. Die Inhaberin sei es auch gewesen, die ihn 2005 angesprochen hatte, ob er das Areal nicht übernehmen wolle. "Aber da bin ich gerade in die Selbstständigkeit gegangen, war es für mich noch viel zu früh, zu erweitern. Muhs hatte sich auf dem Grundstück gegenüber vom Lindengarten seine Bauzimmerei eingerichtet. Drei Jahre später kaufte er den Mertensschen Anteil dann doch. Das vordere Terrain konnte er aber erst Anfang dieses Jahres von dem Besitzer, der nicht mehr in der Prignitz lebt, erwerben. "Ich möchte hier meine Zimmerei installieren", erklärt der Firmenchef, der mittlerweile vier Angestellte hat.

Weisens Bürgermeister Berndt Wiechert freut sich über dieses Engagement. "Wir sind als Gemeinde glücklich, dass das Gelände wieder ordentlich aussieht, ein Gewerbetreibender aus Weisen sich hier niederlässt." Was Muhs Fachkenntnisse anbelangt, so habe die Gemeinde sie beim Ausbau des Prignitzer Landmarktes schätzen gelernt. "Er war mit involviert in die Arbeiten am gesamten Fachwerk für die Verkaufsräume und bei den Holzdecken", erinnert sich Wiechert. Und auch daran, dass der junge Handwerksmeister auch später noch half, als es Ärger mit undichten Stellen auf dem Dach gab, die Regeneinläufe defekt waren und der Besitzer des Gebäudes nichts unternommen habe. Denn Weisen sei nur Pächter, habe für den Landmarkt etwa ein Drittel der ehemaligen Baumarkt-Halle gepachtet.

Eines der alten Stallgebäude hat Muhs schon hergerichtet und als Werkstatt bezogen, die beiden anderen bereits zu großen Teilen entkernt. Sie sollen künftig auch als Lager und Arbeitsstätten dienen. Und der große Hof sei ideal für den Fahrzeugpark sowie im Sommer auch für Außenarbeiten.

Noch, so räumt Muhs ein, gibt es viel zu tun, türmt sich derzeit auch noch ein Schuttberg als Ergebnis der Stallentkernung auf dem Hof. Zudem möchte Muhs auch das kleine zum Grundstück gehörende Wohnhaus an der Straße wieder herrichten und ausbauen, um später dort einzuziehen. Aber wenn schon heute Radfahrer halten und angenehm überrascht sind, dass sich auf dem Grundstück etwas tut, es schon viel aufgeräumter und ordentlicher aussieht, dann freut das den jungen Mann natürlich.

zur Startseite

von
erstellt am 13.Sep.2010 | 05:19 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen