Baudezernent Friedersdorff: Innenstadt wird nicht veröden : Wie leer wird Schwerins City?

Doppelschlag für die Mecklenburgstraße: Das Textilkaufhaus C + A und der Lebensmittelmarkt Rewe ziehen in die Marienplatz-Galerie. Was an den bisherigen Standorten geschieht, ist  noch unklar.

Doppelschlag für die Mecklenburgstraße: Das Textilkaufhaus C + A und der Lebensmittelmarkt Rewe ziehen in die Marienplatz-Galerie. Was an den bisherigen Standorten geschieht, ist  noch unklar.

Saugt die Marienplatz-Galerie die Schweriner Innenstadt leer? Diese Angst gab es, als das Konzept einer weiteren Einkaufsmeile am Marienplatz vorgestellt wurde. Und sie scheint nicht unbegründet gewesen zu sein.

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01. Februar 2011, 10:04 Uhr

Altstadt | Bei einer ersten Anfrage unserer Zeitung im Jahr 2008 hieß es aus der C&A-Zentrale noch: Der Standort in der Mecklenburgstraße bleibt nach dem Einzug eines neuen C&A-Geschäftes in die Marienplatz-Galerie erhalten. Dass diese Doppel-Konstruktion allerdings nur ein gutes halbes Jahr Bestand haben würde, davon war damals keine Rede. Fest steht jetzt: C&A wird Ende 2011 sein Geschäft am Tor zur Innenstadt räumen.

Auch wenn sich Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff sicher ist, dass es für diesen repräsentativen Standort bald einen neuen Mieter gibt, hat er selbst vorsichtshalber schon mal mitgeholfen bei der Vermarktung. Das französische Sportfachgeschäft Decathlon, das nach Auskunft von Friedersdorff derzeit Richtung Ostdeutschland expandiert und unter anderem auch eine Filiale in Schwerin eröffnen möchte, bekam auf der Suche nach einem passenden Standort in der Landeshauptstadt schon mal das C&A-Gebäude in der Mecklenburgstraße angeboten. Doch mehrere Faktoren passten nicht perfekt: Unter anderem ist der Sportartikelhändler mehr auf ausreichend günstige Parkplätze am Geschäft als auf innerstädtische Laufkundschaft angewiesen. Jetzt wird über eine Ansiedlung an der Ludwigsluster Chaussee nachgedacht.

"Die Wirtschaftsförderung ist ständig aktiv, um Wünsche von Gewerbetreibenden zu erfüllen und kennt natürlich auch die Gebäude, die leer stehen", betont Dr. Friedersdorff. "Auch wenn uns die Häuser nicht gehören, so wie jetzt im Fall von C&A, stellen wir gern Kontakte her." Für den Umzug von C&A an den Marienplatz hat der Dezernent übrigens vollstes Verständnis: "Das ist ein anerkanntes Kaufhaus, das in allen Städten ganz zentral liegt, nur bei uns war es ein wenig an den Rand gedrängt. Natürlich hätte ich mir hier lieber ein großes Boss-Geschäft gewünscht, aber Kaufkraft und Durchschnittseinkommen in Schwerin geben solch eine Ansiedlung eben nicht her."

Um die Zukunft der Innenstadt macht sich der Baudezernent trotz drohender Aus- und Umzüge keine Sorgen. Ganz im Gegenteil: In der Friedrichstraße beispielsweise gebe es einen ernsthaften Interessenten für das ehemalige Bauamt. Und auch für die Schauburg in der Mecklenburgstraße, gegenüber von C&A, hat er konkrete Visionen, die er sich aus Berlin abgeguckt hat: einen Kultur-und-Wohn-Bereich nach Vorbild der Hackeschen Höfe. Der könnte sogar das C&A-Haus ins Konzept einbeziehen. "Problematisch ist allerdings, dass der Innenbereich der Schauburg unter Denkmalschutz steht, das macht die Entwicklung nicht einfacher", so Friedersdorff. Das Gebäude selbst gehört seit Langem dem Unternehmen Peek und Cloppenburg. Das sei aber nach wie vor daran interessiert, das Ensemble attraktiv umzubauen mit Anschluss an die Goethestraße und den Marienplatz. "Wir haben regelmäßig Kontakte mit der Geschäftsführung", sagt Frieders dorff. "Für sie ist die Schauburg eine Immobilie mit Perspektive, die muss nicht sofort bebaut werden. Aber wenn dort etwas hinkommt, wird es dann sehr gut zur Stadt und ihren Bedürfnissen passen."

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