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Müllverbrennung : Wie aus Hausmüll Strom entsteht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ersatzbrennstoff-Heizkraftwerk im Überseehafen ist das größte seiner Art in Mecklenburg-Vorpommern.

svz.de von
erstellt am 24.Okt.2014 | 11:50 Uhr

Während Bioabfälle auf den Komposthaufen gehören, werden Plastikflaschen eingeschmolzen und anderweitig wieder verwendet. Doch was genau passiert eigentlich mit jenem Abfall, den die Rostocker tagtäglich in die graue Tonne werfen? Er landet unter anderem im Ersatzbrennstoff-Heizkraftwerk im Überseehafen. Dort wird er thermisch verwertet und erzeugt Strom und Wärme für die Haushalte der Region. Wie das genau funktioniert, zeigte der Energiekonzern Vattenfall, der die Anlage 2010 in Betrieb nahm, auf einer Führung durch das Kraftwerk.

„Wir verwerten hier nur den energetisch nutzbaren Anteil. Das heißt, Steine, Glas und bestimmte Kunststoffe werden vorab aussortiert“, erläutert Dr. Karin Feist, Leiterin der betrieblichen Überwachung, gleich zu Beginn der Besichtigung. Fritz Heller (65), pensionierter Schichtleiter, und Rudolf Langer (74), jahrelang als Ingenieur für Instandhaltung tätig, führten die Besuchergruppe im Anschluss direkt in die Krankanzel. Hier gelangt der Müll nach der Anlieferung direkt in den Abfallbunker, wo er mithilfe des Krans verteilt, durchmischt und schließlich in den Aufgabetrichter zur Beschickung des Heizkessels gegeben wird. „Im Anschluss wird der Abfall über einen beweglichen Rost transportiert und bei bis zu 1000 Grad Celsius vollständig verbrannt“, so Heller. Da war der Blick in den Feuerraum des Kessels durchaus imposant, den sich der Sanitzer Dieter Klinckenberg trotz der erheblichen Hitze nicht nehmen ließ.

Zahlen und Fakten

125 000 Megawattstunden pro Jahr

Der Bau des Heizkraftwerks hat 83 Millionen Euro gekostet. Im April 2010 ging die Anlage in Betrieb. Das Heizkraftwerk mit einer installierten Leistung von 20 Megawatt kann nach Angaben des Betreibers Vattenfall pro Jahr rund 125 000 Megawattstunden Strom produzieren und damit den Bedarf der Stadt Rostock fast zur Hälfte decken. Über Kraft-Wärme-Kopplung werden rund 15 Megawatt Dampf zur Versorgung von Industriebetrieben geliefert, was dem Wärmebedarf von  4000 Wohneinheiten entspricht. Im Heizkraftwerk selbst wurden 28 Arbeitsplätze neu geschaffen.

Zur Produktion von Strom und Wärme werden so genannte Ersatzbrennstoffe an Stelle von fossilen Brennstoffen wie Kohle oder Gas verwendet. Die Methode gilt als  umweltfreundlich und sauber. Die Ersatzbrennstoffe bestehen überwiegend aus heizwertreichen Abfällen aus Gewerbe und Industriebetrieben wie beispielsweise Verbundverpackungen, Pappe, Papier-, Folien- und anderen Kunststoffresten.

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