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Lokales

16. Dezember 2017 | 21:51 Uhr

Wider den Generationenkonflikt

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erstellt am 30.Mai.2010 | 09:23 Uhr

ludwigslust | Auf der Wiese vor dem Zebef tummelten sich am vergangenen Sonnabend jung und alt. Die älteren Besucher genossen Kaffee und Kuchen, Kinder ließen sich schminken, Jugendliche sahen den verschiedenen Tanzgruppen zu. Und über der Szenerie lag eine friedliche Ruhe. Zum zweiten Geburtstag des Mehrgenerationenhauses zeigten sich die unterschiedlichen Generationen harmonisch Seite an Seite.

Mehrgenerationenhäuser sind nicht nur generationsübergreifende Wohngemeinschaften, in denen Menschen unterschiedlicher Generationen unter einem Dach leben. Sondern auch offene Treffpunkte, die sich als Schnittstelle unterschiedlicher Altersgruppen verstehen. Vor dem Hintergrund einer unvermindert alternden Gesellschaft ein besonders wichtiges Thema.

Voneinander lernen - miteinander leben



Seit mittlerweile zwei Jahren hat auch das Ludwigsluster Zebef den Status des Mehrgenerationenhauses inne. Die Generationen begegnen und unterstützen sich hier in alltäglichen Situationen. Voneinander lernen ist eine der Hauptanliegen, die das MGH, so die Abkürzung, fördern soll. Ein Vorhaben, das immer besser gelingt, wie Koordinatorin Andrea Bade unterstreicht. "Es geht vor allem darum, die verschiedenen Altersgruppen unter einem Dach zu haben, damit sie sich begegnen und dadurch besser verstehen können", so Bade. Seit das Projekt angelaufen sei, sei ein Besucherzuwachs von etwa 200 Besuchern pro Woche zu verzeichnen. 800 bis 900 Besucher kommen aktuell pro Woche ins Zebef.


Das staatliche Förderpaket sieht für die Dauer von fünf Jahren eine jährliche Unterstützung von 40 000 Euro vor. Sie werden aus Bundesmitteln und aus dem Europäischen Sozialfonds finanziert. Im Anschluss an die fünfjährige Förderungsphase sollen sich die Häuser teils selbst tragen, teils von Sponsoren gefördert werden. "Da kommt in drei Jahren noch einmal eine große Herausforderung auf uns zu", schaut Andrea Bade in die Zukunft.

Bereits seit dem Jahr 2003 gibt es die Idee des generationenübergreifenden Treffpunktes. Meist vereinen die von der bundesdeutschen Familienpolitik geförderten Mehrgenerationenhäuser Begegnungs-, Familien-, Senioren- und Kindertagesstätten. Größtenteils stehen Hilfsangebote und ehrenamtliches Engagement im Vordergrund.

Zur Förderung der Mehrgenerationenhäuser startete die deutsche Politik im Jahr 2003 ein Aktionsprogramm. Ihren Ursprung hatte die Idee in Niedersachsen, wo die damalige Landesfamilienministerin und heutige Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen generationsübergreifende Nachbarschaftstreffpunkte zu fördern begann. Als Bundesfamilienministerin schuf von der Leyen das "Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser". Die erste Ausschreibungsphase endete im Herbst 2006. Damals wurden knapp 200 Standorte ausgewählt, die im Frühjahr 2007 ihre Arbeit aufnahmen. Eine zweite Bewerbungsphase startete im April 2007. Laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend engagieren sich mittlerweile mehr als 16 000 Freiwillige in bundesweit etwa 500, im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern 22 Mehrgenerationenhäusern.

Erforderlich war für die Bewerbung ein offenes Café. Dies wurde im Zebef mit dem "Café Alex" geschaffen. Und dieses ist seitdem ein voller Erfolg. "Der Treff wird auch von den Senioren sehr gut angenommen", berichtet Andrea Bade. Sie glaubt allerdings auch, dass es von großem Vorteil gewesen sei, dass es das Zebef schon seit Ende 1995 in Ludwigslust gibt. "Dadurch hatten wir Vorteile, wozu vor allem auch die Räumlichkeiten zählen", so Bade. Trotzdem sei es eine große Herausforderung, zur Begegnung der Generationen beizutragen.

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