Wertstoffe in Bares aufgewogen

Wilfried Ehlert hat  gut zu tun. Doris Ritzka
Wilfried Ehlert hat gut zu tun. Doris Ritzka

Bares für Papier, Pappe, Folien und dergleichen. Zwei Perleberger trotzen der Krise, ziehen ihren Wertstoffhandel durch. Und scheinbar haben sie wieder die richtige Nase.

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29. Juli 2009, 08:59 Uhr

Quitzow | Heiß umkämpft ist der Papiermarkt spätestens seit September 2008 nicht mehr. Erst einen Monat zuvor hatten zwei Perleberger ihren eigenen gewerbemäßigen Wertstoffankauf eröffnet. Und während andere derweilen längst das Handtuch geschmissen haben, ziehen Fernsehmeister Ronald John und Geschäftsinhaber Wolfgang Kyek ihr Ding durch.

Angefangen hatte alles aus reinem Selbstzweck. "Papier und vor allem Kartonagen fallen bei uns jede Menge an. Bringen wir sie zum Entsorger, mussten wir früher dafür zahlen, wenn auch nicht Unsummen", so Ronald John. Selbst ist der Mann, sagte sich da Wolfgang Kyek, und die Idee, Wertstoffe selbst zu verkaufen, war geboren. Erst hobbymäßig und dann mit ordentlich angemeldetem Gewerbe und einem vollbeschäftigten Kollegen.

Ob Altkleider, sauber und noch tragbar, Euro-Paletten, Papier, Pappen - kurzum Wertstoffe außer Glas, die für den Einzelnen schier nutzlos, für den Wirtschaftskreislauf jedoch unverzichtbar sind, nehmen sie seither an und zahlen dafür. "Das Ganze verkaufen wir weiter an einen Entsorger", fügt der Fernsehmeister an. Das gilt eben auch für Papier, ob gebündelt oder im Karton, Hauptsache ordentlich sortiert. Einfach ausgedrückt, Pappe gehört nicht zwischen die Zeitungen.

Allerdings gibt es jetzt längst nicht mehr so viel Bares dafür, wie noch vor einem Jahr, räumt Ronald John ein und blickt dennoch optimistisch in die Zukunft. "Der Papiermarkt scheint sich jedoch langsam zu erholen. Die Preise ziehen wieder leicht an. " So schicken sich auch die Perleberger an, die ersten Container voll Papier wieder zu verkaufen. Als im November/Dezember der Markt komplett wegbrach, da kam ihnen die rund 800 Quadratmeter große Halle im Industriegebiet Quitzow gut zu pass. Papier und Pappe wurden gelagert, der Kunde allerdings bekam trotzdem sein Geld, wenn auch weitaus weniger. "Es sind vor allem Firmenkunden, die bei uns ihr Verpackungsmaterial abgeben und einfach froh sind, es los zu sein.", so der Fernsehmeister. Doch auch private Haushalte nutzen das Angebot. Damit es sich aber lohnt, wird zuvor ordentlich gesammelt.

Wilfried Ehlert hat die Woche gut zu tun in der riesigen Halle. Donnerstags und freitags nimmt er die Wertstoffe an, doch auch an den anderen Tagen ist die große Halle kaum verschlossen, es sei denn, der 54-Jährige holt Papier, Pappe, Zeitungen und dergleichen ab. "Wer keine Transportmöglichkeiten für größere Mengen hat, der ruft uns an", erläutert Ronald John. Geld gebe es dann zwar nicht, "doch die Leute sind froh, alles los zu sein."

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