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Auftragsvolumen von 800 Millionen Euro in Wolgast und Stralsund : Werften haben Krise clever umschifft

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Die Leitung der P+S Werften hat ihrem prominenten Besuch auf der Wolgaster Werft gestern einen beschwerlichen Betriebsrundgang zugemutet: Vier Stockwerke geht es auf einem Gerüst hinauf. Doch die Gäste gingen ihn gern.

svz.de von
erstellt am 10.Mär.2011 | 10:12 Uhr

Wolgast | Die Leitung der P+S Werften hat ihrem prominenten Besuch auf der Wolgaster Werft gestern einen beschwerlichen Betriebsrundgang zugemutet: Vier Stockwerke geht es auf einem Gerüst hinauf. Immer eng angeschmiegt an der Außenwand eines im Bau befindlichen Schiffes. Doch Hans-Joachim Otto (FDP), Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und Koordinator für maritime Wirtschaft, Landeswirtschaftsminister Jürgen Seidel und Bundestagsabgeordneter Eckhardt Rehberg (beide CDU), gehen den mühseligen Weg gerne. Schließlich wäre es noch vor gut einem Jahr gar nicht so leicht gewesen, in MV eine Werft zu finden, auf der mehrere in Bau befindliche Schiffe zu besichtigen sind und - noch viel wichtiger - dazu auch genügend Arbeit für die kommenden Monate vorhanden ist. Die Standorte in Wolgast und Stralsund haben ein Auftragsvolumen von 800 Millionen Euro bis 2012 sicher.

Ende Mai soll das Schiff, das die Politiker gemeinsam mit dem Vorsitzenden der P+S-Geschäftsführung, Dieter Brammertz, besteigen, an die schwedische ausgeliefert werden. Der Typ steht quasi beispielgebend für die neue Strategie, die die vor knapp einem Jahr gegründete P+S-Werftengruppe an ihren beiden Standorten Wolgast und Stralsund verfolgt: Der Containerschiffbau habe keine Chance mehr in Europa, sagt Brammertz. Deshalb setze das Unternehmen auf den Spezialschiffbau - also Kranschiffe, Offshore-Technik oder Fähren. Eine Strategie, die auch voll der Linie der Bundesregierung entspricht, verdeutlicht Hans-Joachim Otto: "Der Schiffbau in Deutschland hat Perspektive. Die Werften müssen aber innovativ bleiben."

Doch jede Medaille hat eben auch zwei Seiten. Volle Auftragsbücher ziehen zusätzlich benötigte Finanzmittel nach sich. Denn: Schiffe werden in der Regel erst nach der Übergabe vom Auftraggeber bezahlt. Viele Banken scheuen aber das Risiko oder lassen es sich mit hohen Zinsen absichern, Bund und Land helfen mit Bürgschaften.

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