zur Navigation springen

P+S baut fünf eisgängige Schiffe : Werften angeln neuen Auftrag

vom

Auf den P+S-Werften ist nach zwei schweren Jahren eine Ende der Kurzarbeit in Sicht. Die Gruppe profiliert sich als Spezialschiffbauer. Die neuesten Aufträge kommen aus Grönland. Bei Nordic Yards herrscht dagegen Flaute.

svz.de von
erstellt am 28.Jan.2011 | 08:35 Uhr

Die Auftragsbücher der P+S-Werften in Wolgast und Stralsund füllen sich weiter. Die Werftengruppe hat nach Angaben des Schweriner Wirtschaftsministeriums vom Freitag einen Auftrag über den Bau von fünf eisgängigen Schiffen für eine grönländische Reederei erhalten. Erst vor einer Woche hatten die P+S-Werften einen Auftrag zum Bau eines Schwerlastschiffes für eine asiatische Reederei bekanntgegeben. Die Werftengruppe mit knapp 2000 Beschäftigten in Stralsund und Wolgast hat mit den Neubauten für die grönländische Royal Arctic Line derzeit 25 Neubauaufträge in ihren Büchern.

"Die Werften haben den richtigen Kurs eingeschlagen und platzieren sich zunehmend erfolgreich im Markt für Spezialschiffe", erklärte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) am Freitag anlässlich der Unterzeichnung der Finanzierungsverträge in Berlin. Die KfW IPEX-Bank übernimmt die Finanzierung der Spezialschiffe. Das Kreditvolumen beträgt nach Angaben der Bank rund 72 Millionen Euro. Land und Bund bürgen mit insgesamt 326 Millionen Euro. Der Bürgschaftsrahmen war Teil des Ende 2009 beschlossenen Umstrukturierungsprogrammes der ehemaligen Hegemann-Werften.

"Unsere mehr als zehnjährige Erfahrung im Spezialschiffbau zahlt sich aus", sagte Werftensprecherin Britt Fischer-Jahn. Die Schiffe aus Vorpommern seien inzwischen weltweit als schwimmende Visitenkarten unterwegs. Mit den Aufträgen zeichnet sich auch ein Ende der seit 2009 andauernden Kurzarbeit auf den P+S-Werften ab.

Wenn die Projektvorbereitung planmäßig abgeschlossen und die Bauphase entsprechend begonnen werde, könnte die Kurzarbeit im Mai 2011 beendet sein, hieß es. Im Zuge der Wirtschafts- und Schiffbaukrise mussten zeitweise bis zu 850 Schiffbauer in Stralsund und Wolgast in Kurzarbeit gehen.

Mit den Neubauten startet die grönländische Reederei nach Angaben der P+S-Werften ein umfangreiches Flottenerneuerungsprogramm. Die mit einer hohen Eisklasse ausgestatteten Frachtschiffe sollen die Versorgung Grönlands übernehmen und arktische sowie antarktische Forschungsstationen ansteuern. Die Technik, Schiffskörper und Maschinen seien für Umgebungstemperaturen von minus 35 bis plus 36 Grad ausgelegt. Das mit 113 Meter längste Schiff mit 606 Containerstellplätzen ist nach Angaben der Werft ein völlig modernisierter, nach neuesten Erkenntnissen modifizierter Nachbau der MS "Mary Arctica", die bereits seit fünf Jahren in grönländischen Gewässern unterwegs ist.

Die beiden anderen Typen mit je 75 und 45 Meter Länge sind komplette Neuentwicklungen der P+S-Werften. Von ihnen sollen jeweils zwei baugleiche Schiffe gebaut werden. Sie sind zudem mit medizinischer Einrichtung ausgestattet, um die ärztliche Versorgung in entlegenen Gebieten Grönlands zu sichern.

Die Nordic Yards Werften Wismar/Warnemünde können noch keinen neuen Auftrag verbuchen, so eine Sprecherin.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen