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Lokales

15. Dezember 2017 | 07:33 Uhr

Werftarbeiter schöpfen Hoffnung

vom

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erstellt am 25.Mai.2010 | 07:17 Uhr

Rostock/Wismar | Der neue Beschäftigungspakt für die Nordic-Werften nährt vor allem bei den Mitarbeitern am akut bedrohten Standort Warnemünde die Zuversicht auf Weiterbeschäftigung. "Das Hoffnungsbarometer ist wieder angestiegen", sagte Ex-Betriebsrat Harald Ruschel gestern. Das vorige Woche zwischen IG Metall und Nordic-Spitze ausgehandelte Konzept für 1200 Schiffbauer enthalte "wichtige Signale" für Schiffsfinanzierer, die auch der Warnemünder Werft zugutekämen. Details wollte Ruschel vor der Vorstellung des Pakts zunächst nicht nennen. Heute werden die Wismarer, morgen die Rostocker Kollegen informiert.

"Die Vereinbarung ist ein großer Vertrauensvorschuss der IG Metall für den Investor", meinte der Belegschaftsvertreter auf der früheren Wadan-Werft mit Blick auf die schwierigen Gespräche zwischen Nordic-Eigner Witali Jussufow und den Banken. An den beiden Standorten Warnemünde und Wismar laufen die Transfergesellschaften Ende Juli aus. In ihnen sind derzeit noch etwa 1450 Ex-Wadan-Beschäftigte angestellt.

Bereits Anfang Juli soll in Wismar jedoch der Bau eines Großtankers beginnen. Der Vertrag mit dem russischen Bergbaukonzern Norilsk Nickel wurde im Februar geschlossen, Jussufow selbst will ein Fünftel der Auftragssumme von 100 Millionen Euro schultern. Welche Banken den übrigen Großteil finanzieren könnten, blieb trotz intensiver Verhandlungen in den vergangenen Wochen weiter unklar. Für die Absicherung der weiteren Tranchen galt der Beschäftigungspakt indes als Voraussetzung. "Die Finanzierung ist nicht so unsicher, wie es oft den Anschein hat", meinte Jussufows Sprecherin Tina Mentner. Während in Wismar die letzten Arbeiten an der zweiten RoPax-Fähre für die schwedische Stena-Reederei noch bis zum Herbst weitergehen, sind die Warnemünder Kollegen inzwischen ohne Beschäftigung. "Seit Jahresbeginn stehen bei uns die Anlagen still", sagte Ruschel. "Da ist es eben ganz wichtig, dass der Investor jetzt speziell für Warnemünde eine Beschäftigungszusage gegeben hat." Die Erklärungsfrist für den Pakt läuft bis zum kommenden Montag.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) begrüßte die Einigung zwischen Nordic Yards und der Gewerkschaft. "Entscheidend wird es aber sein, Beschäftigung durch werthaltige, finanzierte Aufträge zu sichern." Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hatte sich vorige Woche erfreut über das Abkommen gezeigt. Zugleich forderte er erneut ein "klares Bekenntnis aus Berlin" zum Erhalt der Schiffbauindustrie.

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