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Lokales

19. November 2017 | 07:55 Uhr

Werben um Jobs und Lehrlinge

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erstellt am 10.Jun.2010 | 09:49 Uhr

Rostock | Fünf Stunden haben 58 Firmen um Fachkräfte, Lehrlinge und um Aufmerksamkeit geworben. "Die Nacht der Wirtschaft", organisiert von der Arbeitsagentur Rostock, lockte gestern Abend mehr als 1000 Besucher ins Berufsinformationszentrum (BIZ) sowie in die Betriebe direkt vor Ort.

Es waren vor allem die großen Unternehmen im Hafen, die die Besucherströme anzogen, sagte Arge-Sprecherin Grit Ehlers. "Auch Interseroh und Liebherr wurden gut angenommen", so Ehlers.

Hauptthema der gestrigen Veranstaltung war der Fachkräftemangel bei den Firmen. "Theoretisch könnte jeder Jugendliche zwischen mehreren Ausbildungsplätzen wählen", sagte Christoph Möller. Doch die Praxis sieht anders aus, so der Chef der Rostocker Arbeitsagentur, der auf den Wegzug vieler junger Leute verwies. "Das ist eine Entwicklung, die nicht nötig und nicht gut ist", sagte er. Nur wenige Besucher brachten gleich ihre Bewerbungsunterlagen mit, die meisten suchten Rat. Zum Beispiel bei der Künstlervermittlung, die bei der Arbeitsagentur angesiedelt ist. "Wir suchen jederzeit Künstler, aber auch Unternehmen, die diese dann buchen", erklärt Angela Bauer-Oberwalder. Sie ist für den Bereich Show und Musik am Rostocker Standort zuständig. Am beliebtesten sind momentan Jazz-Musiker, Kabarett und Comedy und die Unterhaltungsmusik. Doch die Krise mache auch vor der Künstlervermittlung keinen Halt. "Es wird weniger gefeiert", sagt Bauer-Oberwalder.

Um Bewerber bemühte sich auch die Hanse Produktionsschule aus Rostock. Die Zielgruppe der Einrichtung sind jene, "die sich noch beruflich orientieren und praktische Erfahrungen sammeln wollen", sagte Geschäftsführerin Dr. Barbara Hülsmeyer. Bei ihr werden sie auf handwerkliche Berufe vorbereitet, können ihren Hauptschulabschluss nachholen und sich berufsschulisches Wissen aneignen. Der Zulauf sei größer geworden, so Hülsmeyer, in letzter Zeit kämen besonders junge Schüler.

Es präsentierte sich auch der öffentliche Dienst im Berufsinformationszentrum. Wasserschutz- und Bundespolizei, Zoll und Bundeswehr erfuhren reges Interesse von jungen Leuten. Wehrdienstberater Lars Heintze: "Wir suchen qualifizierte Leute mit und ohne Berufabschluss, die sich als Soldat auf Zeit verpflichten lassen." Für eine Laufbahn im öffentlichen Dienst interessierte sich auch Alexander Howe von der Hundertwasserschule. Der 16-Jährige der zehnten Klasse bestand allerdings nicht die Aufnahmetests. "Ich habe dafür schon eine mündliche Zusage in einer Firma als Anlagenmechaniker", sagte der Schüler, der seine Freunde zur "Nacht der Wirtschaft" begleitete.

Etwas enttäuscht von den angebotenen Jobs war Maika Hönecke. "Im BIZ habe ich nicht das Richtige gefunden, für vieles braucht man einen höheren Abschluss", sagte die Realschulabsolventin und gelernte Bürokommunikationskauffrau aus Schlemmin.

Die Nacht der Wirtschaft etabliert sich zu einer festen Größe in Rostock. Zum dritten Mal nahmen Firmen, Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen in und um Rostock an der Aktion teil. Im vergangenen Jahr nutzten rund 1700 Besucher die Gelegenheit sich bei den 48 teilnehmenden Betrieben zu informieren.

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