Wer kauft das frühere Armenhaus?

Die Mühlenbruchsche Schenkung in  Warin steht zum Verkauf. Das frühere Armenhaus, zuletzt ein Pflegeheim, verfügt über einen schönen Garten. Michael Beitien
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Die Mühlenbruchsche Schenkung in Warin steht zum Verkauf. Das frühere Armenhaus, zuletzt ein Pflegeheim, verfügt über einen schönen Garten. Michael Beitien

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28. Juli 2010, 01:57 Uhr

Warin | Was wird aus Warins früherem Armenhaus, der Mühlenbruchschen Schenkung? Nachdem mehrere Anläufe gescheitert sind, macht sich die Stadt erneut auf die Suche nach einem Investor. Der Verkauf werde öffentlich ausgeschrieben, sagt Warins Bürgermeister Michael Ankermann. Ein Schätzer hat ein Gutachten über den Wert der Immobilie erstellt: rund 150 000 Euro einschließlich Grundstück.

"Irgendeine soziale Nutzung wäre klasse", meint Ankermann. Er hätte sich deshalb auch gut vorstellen können, wenn hier ein Kindergarten eingezogen wäre. Doch die Diakonie, die ihre Kindertagesstätte in Kürze von Klein Labenz nach Warin verlegen will, hat sich für das bisherige Grundschulgebäude entschieden. Aber auch zum Wohnen hält Michael Ankermann die Mühlenbruchsche Schenkung für durchaus geeignet. "Mit dem Liegestuhl unter dem Apfelbaum", schwärmt er.

"Seit über einem Jahrzehnt bemüht sich die Stadt um einen Investor", berichtet der frühere Bürgermeister Hans-Peter Gossel. Er selbst hatte in seiner Amtszeit mit mehreren Bewerbern gesprochen. Letztlich seien die Interessenten gescheitert, mehrere davon an der Finanzierung.

Zuletzt wurde das zum Verkauf stehende Gebäude als Alten- und Pflegeheim genutzt - bis deren Bewohner in das neue Haus in der Burgstraße umzogen.

Ursprünglich war es ein städtisches Armenhaus. "Die Stadt hat Anfang des 20. Jahrhundert mehrere Objekte für Einkommens- und Sozialschwache geschaffen", weiß Gossel. Sie wurden teils mit städtischem und teils mit geschenktem Geld errichtet. Eins war ein Zehn-Familienhaus in der Geschwister-Scholl-Straße, das zweite stand am Feldweg und das dritte in der Mühlenbruchstraße, das nach dem Namen seines Stifters benannt wurde. Mühlenbruch, ein Sohn der Stadt, war als Kaufmann und Reeder zu Geld gekommen und stiftete später u.a. auch den Brunnen auf dem Bahnhofsvorplatz in Schwerin.

Armenhäuser gab es auch in anderen Städten, weiß Gossel, so das Georgenstift in Sternberg. Das Armenhaus in Brüel befand sich an der Ecke Wariner Straße/Wipersdorfer Weg und ist derzeit zum Teil noch bewohnt. Brüel bemüht sich um Städtebaufördermittel, sagt Bürgermeister Jürgen Goldberg. Wenn die Kommune sie erhält, soll das Haus möglichst schnell saniert werden.

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