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Mathematikspiel aus Lübz : Wenn ein mal zehn auch eins ergibt

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Ein mal eins ergibt eins, doch wenn ein mal zehn auch eins ergibt, scheint auf den ersten Blick irgendetwas nicht zu stimmen. Doch wer Quoai kennt, weiß, was Sache ist. Im Großformat steht das Spiel im Lübzer Stadtpark.

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erstellt am 29.Nov.2013 | 12:21 Uhr

Ein mal eins ergibt eins, doch wenn ein mal zehn auch eins ergibt, scheint auf den ersten Blick irgendetwas nicht zu stimmen. Doch wer Quoai kennt und es spielt, weiß, was Sache ist. Derjenige befindet sich dann im Zahlenzirkus, so auch seit Kurzem die Schüler der Förderschule am Neuen Teich in Lübz. Auch sie testen derzeit das Mathematikspiel Quoai - erfunden und entworfen von Claudia Ammann. Die Bildhauerin aus Lübz macht sich bereits seit vielen Jahren Gedanken, wie Kinder und Jugendliche leichter Mathematik lernen und verstehen können. Mit Quoai können sie es spielend lernen. Denn wer des Rätsels Lösung kennt, weiß plötzlich, warum ein mal zehn auch eins ergibt. Denn bei dem Mathematikspiel mit Holzklötzen geht es um das Einmaleins und die Bildung der jeweiligen Quersummen: 1 x 10 = 10, daraus die Quersumme ergibt 1, denn 1 + 0 = 1. Das ist das Prinzip von Quoai. So werden auch andere Rechenaufgabe bewältigt und können im Zahlenquadrat notiert werden.

Acht Jahre lang spinnt Claudia Ammann für das Spiel auf Papier herum, bis es endlich Formen annimmt. Als die Idee in ihrem Kopf langsam deutlicher wird, fertigt sie in 3D einen Prototypen an - damals lebt Claudia Ammann noch in Spanien. "Ich habe es dort von einem Tischler schneiden lassen und danach habe ich es selbst erst richtig verstanden", erinnert die Bildhauerin. Denn damals befindet sich die Künstlerin selbst inmitten des Zahlenzirkusses ihres eigenen Spieles. Eine weitere Herausforderung sind die unterschiedlichen Würfelgrößen zu verpacken. Ein Würfelnetz musste entworfen werden. Denn nicht alle Klötze sind gleich - mal hoch, mal tief. Je höher die Zahl, desto höher der Klotz. Als Claudia Ammann anfing, Quoai zu entwickeln, hat die Bilderhauerin auch ihre kleine Tochter zu Rate gezogen. "Ich habe meine Tochter damals gefragt, welche Farben Zahlen haben. Das sieht jeder Mensch anders, gerade das ist spannend dabei." Denn auch darum geht es. Um Quoai zu spielen, wird ein Zahlenquadrat von 1 bis 10 aufgeschrieben - für das kleine Einmaleins. Danach werden die Zahlen miteinander multipliziert. Die Ergebnisse, die Produkte, werden dann miteinander addiert, sodass die einstelligen Quersummen dabei als Summe herauskommen. Diese Ergebnisse werden erneut in ein Zahlenquadrat geschrieben. Dabei ergeben sich die unterschiedlichsten Muster, Firguren und Formen. Ein- und diesselben Zahlen werden mit der gleichen Farbe ausgemalt und dann geradlinig verbunden - das wiederum ergibt die unterschiedlichsten Figuren. Jede davon steht anschließend immer wieder für denselben Wert und dieselbe Höhe der Holzklötze im Mathematikspiel Quoai.

Eine Rakete, eine Tulpe, ein Regenschirm - diese Figuren erkennen die Schüler der Förderschule am Neuen Teich in Lübz aus den Formen, die sich durch verbinden derselben Zahlen im Quoai ergeben. Nicht nur in der Schule kommen die Mädchen und Jungen mit Quoai in Kontakt, sondern auch im Lübzer Stadtgebiet selbst. Mittlerweile seit zehn Jahren steht Quoai im Stadtpark von Lübz, unweit und unterhalb des Amtsturmes. Hier können Besucher sich ausprobieren, testen, ob sie selbst die Lösung finden. Ähnlich geht es den Schülern der Lübzer Förderschule, als sie zum ersten Mal Kontakt mit dem Spiel haben. Ganz zu Anfang haben sie nicht gemerkt, dass sie gerade Mathematik machen und das kleine Einmaleins ganz nebenbei lernen. Besonders gefreut hat Claudia Ammann, dass Reina Bielohradsky das Holzspiel gekauft hat - aus ihrer eigenen Tasche. Die Lehrerin wolle damit ihre Schüler fördern, denn gerade sie sind es, die besondere Förderung benötigen. "Unsere Vivien hat es auf Anhieb super verstanden und den anderen sogar erklärt", erzählt die Lehrerin und ist sichtlich stolz auf ihre Schülerin.

Claudia Ammann wünscht sich das nicht nur für die Schüler der Förderschule am Neuen Teich in Lübz, sondern überall. "Ich würde sogar in Kitas und Schulen Fortbildungen geben, einen kleinen Lehrauftrag annehmen. Denn um Quoai Kindern zu vermitteln, müssen es die Lehrer und Erzieher ebenfalls verstehen", erklärt die Bildhauerin. Doch nicht nur das sei bei dem Mathematikspiel von immenser Bedeutung, sondern auch, dass die Erwachsenen die Kinder einfach mal selber machen lassen sollten. "Kinder haben oftmals die unglaublichsten Ideen. Das zu beobachten, ist einfach fantastisch", sagt Claudia Ammann. Gemeinsam wolle die Lübzerin sich dann in den Zahlenzirkus begeben.

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