Wenn der eigene Hof langsam absäuft

Den Molkereigraben schließt der Wasser- und Bodenverband als Ursache für die Misere aus.
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Den Molkereigraben schließt der Wasser- und Bodenverband als Ursache für die Misere aus.

Am Ortseingang von Schadeland steht eine Wiese unter Wasser. Das rund ein Hektar große Grundstück gleicht einer künstlichen Seelandschaft und bereitet seinem Besitzer große Sorgen. Das Zarrentiner Bauamt will nun nach einer Lösung des Problems suchen.

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03. März 2009, 07:48 Uhr

Schadeland | Reiner Nette ist verzweifelt. Der 57-jährige wohnt Zeit seines Lebens in Schadeland, im Westen Mecklenburg-Vorpommerns an der Grenze zu Schleswig-Holstein und südlich des Biosphärenreservats Schaalsee. Schadeland ist ein Ortsteil der Gemeinde Lüttow-Valluhn, die vom Amt Zarrentin mit Sitz in der Stadt Zarrentin am Schaalsee verwaltet wird.

Reiner Nette hat sich wiederholt an die Amtsverwaltung gewandt. Er hofft auf Hilfe aus der Schaalseestadt. Denn an seinem Hof schließt sich eine um die ein Hektar große Wiese an, die ungewollt zu einer Sehenswürdigkeit avancierte. Sie gleicht einer einzigen Seenlandschaft.

"Ich habe ja schon daran gedacht, hier alles für eine Karpfenzucht umzubauen", sagte er mit Blick auf die völlig abgesoffene Wiese. Doch Pläne in dieser Richtung meint er eher sarkastisch. Bei Trockenheit würde das Wasser schließlich wieder verschwinden, und Reiner Nette will, dass es ganz wegbleibt.

Seine Vermutung, dass die Misere am Molkereigraben liegen könnte, schließt der zuständige Wasser- und Bodenverband aus. "Unsere Anlagen sind in Ordnung", hieß es nach einer Besichtigung. Mit dieser Antwort hatte Reiner Nette nicht gerechnet.

Für Martin Voß hingegen ist sie das Signal für das weitere Vorgehen. Wie der Sachbearbeiter vom Bauamt nach einer Anfrage gegenüber unserer Redaktion erklärte, wolle man dem Problem im Ortsteil Schadeland auf den Grund gehen. "Wir suchen nach der Ursache, prüfen die Zuständigkeit, und dann kann es losgehen", zählte er die Reihenfolge auf. Voß sieht die Lösung sehr wahrscheinlich in einem Gemeinschaftswerk. Vermutlich müsste die Kreissstraßenmeisterei genauso mitins Boot, wie das Amt Zarrentin, die Gemeinde Lüttow-Valluhn sowie Reiner Nette als Grundstückseigentümer.

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