Weniger Urlauber besuchen Rostock

Urlauber-Rückgang: Rostock zieht immer weniger Urlauber an. Obwohl Mecklenburg-Vorpommern bundesweit trotz Krise die höchsten Zuwächse bei den Übernachtungen verzeichnet. Die hiesige Toursimuszentrale dreht jetzt vermehrt die Werbetrommel.

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27. August 2009, 06:37 Uhr

Rostock/Warnemünde | Rostock scheint Touristen immer weniger anzuziehen. "Wir haben fünf Prozent Rückgang bei Übernachtungen", sagt Tobias Woitendorf, Sprecher des Tourismusverbandes. "Und das schon das zweite Jahr in Folge." Seinen Angaben nach habe die Bettenauslastung zwischen Januar und Juni bei 37,6 Prozent gelegen. In Stralsund erreichte sie 42 Prozent. "Rostock schafft es gerade so ins oberste Drittel", sagt Woitendorf.

Skandinavische Gäste bleiben wegDer Landeswert stieg um 1,1 Prozent auf 34. Mecklenburg-Vorpommern ist bei Touristen demnach so beliebt wie nie. Nach Angaben des Landesministers für Tourismus, Jürgen Seidel (CDU), sackten die Übernachtungen bundesweit um vier Prozent ein.

Schon 2008 waren die Übernachtungszahlen in Rostock eingebrochen. Das lag nach dem Geschäftsbericht der Rostocker Tourismuszentrale zufolge am Mangel an kostengünstigen Übernachtungen. So ist beispielsweise das Ostseeferienzentrum mit 1000 Betten weiterhin geschlossen. Doch sechs Port-Partys, die Hanse Sail und die WM der Rettungsschwimmer ziehen weiterhin Gäste in die Hansestadt - darunter Reisende aus dem Ausland. Sie machen elf Prozent der Urlauber aus, die die Hansestadt besuchen. Der Landesdurchschnitt liegt darunter. Vor allem Gäste aus Skandinavien und Polen hat es 2008 an die Warnowmündung gezogen. In diesem Jahr sei der große Ansturm jedoch ausgeblieben, sagt Woitendorf.

Tourismuszentrale braucht weniger Geld der StadtOb die Ursache in der mangelnden Vermarktung der Hansestadt als Urlaubsziel liegt? Die Tourismuszentrale hat im vergangenen Jahr auf acht Reisemessen die Werbetrommel gerührt. 550 000 Broschüren kamen aus dem Druck und wurden an Interessenten verteilt. Künftig soll ein Gastgeberverzeichnis alle Übernachtungsmöglichkeiten der Regiopole auflisten.

Was einerseits Service für den Urlauber bedeutet, könnte andererseits die Kasse der Tourismuszentrale aufbessern. Mit dem Verzeichnis sollen mehr Einnahmen erzielt werden. Auch wenn sie 2008 vom städtischen Zuschuss in Höhe von 1,1 Millionen Euro nur etwa 600 000 Euro benötigt hat. Das weitreichende Ziel der Gesellschaft bleibt die generelle finanzielle Unabhängigkeit vom kommunalen Geldgeber.

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